zum Inhalt springen

Kleine Geschichte der Fakultät

Die Medizinische Fakultät gehört mit der Philosophischen, Juristischen und der Theologischen Fakultät zu den Gründungslehrstühlen der Universität zu Köln. Als traditionsreiche Fakultät ist der ständige Wandel eine stetige Herausforderung. Es ist also eben kein Zufall, wenn gerade Köln als einer von wenigen Hochschulorten einen international konkurrenzfähigen Modellstudiengang anbieten kann.

Die alte, die neue Universität und die Stadt

1388 unterschreibt Papst Urban VI in Perugia die Stiftungsurkunde der Universität, nach Prag (1348), Wien (1365) und Heidelberg (1386) die viertälteste Universitätsgründung im spätmittelalterlichen Deutschen Reich. Während viele andere Universitäten ihre Entstehung der Initiative bedeutender Regenten verdanken, sind es in Köln, der alten Colonia Agrippinensium (im Jahre 50 nach Christus unter dem römischen Kaiser Claudius aus der Famlilie des Augustus zur Colonia - oder Stadt römischen Rechts - erklärtes ehemaliges Oppidum Ubiorum - also Behausung der Ubier) die Bürger der Stadt, welche die Universität errichten.

Die Kölner Medizinische Fakultät, als eine der Gründungsfakultäten der "universitas"- also der zusammenschließenden Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden in Köln - konnte nach wechselvoller Geschichte Ende des 18. Jahrhunderts auf sowohl ein beachtliches Ansehen - Studenten und Gelehrte aus vielen berühmten Fakultäten waren hier immatrikuliert - als auch einen Lehrcorpus von 13 Dozenten, von denen 8 Ordinarien waren, sowie ca. 60 Studenten zurückblicken. Unter der Leitung der letzten Dekane wurde sogar das sonst eher konservative Repertoire an Lehrveranstaltungen um das damals im deutschsprachigen Bereich noch sehr selten vertretene Fach der "Kinder Krankheiten" ergänzt. Neben diesem wurden zu dem Zeitpunkt in dem damals dreijährigen Studium die Materia Medica, Chemie, Pathologie, medizinische Praxis, Anatomie, Physiologie, Chirurgie, Geburtslehre und Spezialvorlesungen auch die Gerichtsmedizin und Naturgeschichte behandelt. 15 Jahre später wird Goethe die Kölner Universität für seine "ausgezeichneten Lehrer" die Medizinischen Fakultät gelobt haben.

1798 ist die Universität durch die französische Besatzungsmacht per Dekret aufgehoben und an ihrer Stelle tritt die Kölner Zentralschule, die "L'université de Cologne organiseé en école centrale" die noch bis einschliesslich September 1804 den Unterricht in den alten, ehemals kirchlichen Gemäuern auf der Marzellenstrasse aufrechterhielt.

1919 wird die Universität mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zunächst, dann aber u.a. gefolgt von der Medizinischen Fakultät (die aus der 1904 gegründeten ersten "Akademie für praktische Medizin" des Deutschen Reiches hervorgeht) durch den Rat der Stadt neu gegründet. Erst 1954 wird die Trägerschaft vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen.