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Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie

Gesundheitsökonomische Evaluation

Im Rahmen einer gesundheitsökonomischen Evaluation werden entweder nur Kosten (z.B. für Krankheitskostenstudien) oder, bei vergleichenden Evaluationen, Kosten und (klinische) Outcomes von Interventionen verglichen. Interventionen können dabei diagnostische Verfahren, therapeutische Interventionen, aber auch Präventionsprogramme (z.B. Kampagnen für einen gesundheitsorientierten Lebensstil) oder neue Versorgungsformen beinhalten (z.B. Disease Management Programme).

Health Care Services Research

Als Health Care Services Research bezeichnet man die Untersuchung von  Strukturen, Prozessen oder Auswirkungen der Versorgung einzelner Patienten oder Personengruppen mit gesundheitsbezogenen Technologien und Innovationen. Innovationen können dabei beispielsweise Präventionsprogramme, neue Versorgungsformen, Modelle der patientenzentrierten Versorgung, Initiativen zur Verbesserung des Qualitätsmanagements oder neue Formen der interprofessionellen Kooperation sein. Das Spektrum möglicher Themen ist dabei breit. Beispiele sind die Entwicklung von sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsmaßnahmen, Einflussfaktoren auf die interprofessionelle Kooperation zwischen Ärzten und Pflege oder die Adhärenz zu klinischen Leitlinien im Indikationsstellungsprozess für eine Koronarangiographie. 

Gesundheitskompetenz und Patienteninformation

„Gesundheitskompetenz umfasst das Wissen, die Motivation und die Kompetenz von Menschen, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und sie handlungsleitend werden zu lassen“. Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz haben ein höheres Risiko für eine notfallmäßige Krankenhauseinweisung, sie nehmen Vorsorgeuntersuchungen seltener in Anspruch und haben schlechtere Outcomes bei chronischen Erkrankungen. Patienteninformationen und Interventionen zur Steigerung der Gesundheitskompetenz können helfen Patienten besser in Entscheidungsprozesse einzubinden, zu informieren und ihre Versorgung zu optimieren. Im Rahmen dieses Schwerpunktes wird z.B. eine Entscheidungshilfe und ein Entscheidungscoaching für Frauen mit einer BRCA 1 / 2 Mutation entwickelt.

Sekundärdatenanalysen

Als „Sekundärdaten“ bezeichnet man Daten, die nicht mit dem Hauptziel der Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen erhoben wurden. Typische Sekundärdaten in der Gesundheitswissenschaft sind beispielsweise Daten, die zur Leistungsabrechnung innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung generiert werden. Solche Datensätze enthalten Informationen zu großen Stichproben und können für unterschiedliche wissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden, wie z.B. die Schätzung von Krankheitskosten oder Trends in der Verschreibungspraxis. 

 

Messung von Patienten- und Entscheidungsträgerpräferenzen

Als Erweiterung des Konzeptes der evidenzbasierten Medizin werden Patientenpräferenzen als eigenständiges Element neben der klinischen Situation, der Expertise des Behandlers und der externen Evidenz erachtet. Systematisch erhobene Patientenpräfenzen können bei individuellen Behandlungsentscheidungen, in der Leitlinienerstellung oder in der Vorbereitung von Zulassungs- oder Erstattungsentscheidungen berücksichtigt werden. 

 

stephanie.stock(at)uk-koeln.de