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Klinik I für Innere Medizin

AG Angewandte Ethik

Dr. Utako Birgit Barnikol

Im Zentrum dieses Forschungsgebiets steht die strategische Etablierung ethischer Anwendungsgebiete im Bereich der Präzisions-Onkologie und deren medizinökonomische Analyse in solidarisch organisierten Gesundheitssystemen.

Wir erforschen und entwickeln dabei Strukturen, die ethisch-theoretische Methoden direkt in die ethisch-ärztliche Anwendung überführen.

Das Dach dieses Forschungsbereichs bildet hierbei die Research Group of Applied Ethics in Precision Oncology (AEPO).

AEPO konzentriert sich auf folgende Forschungsgebiete:

  • Ärztliche Entscheidungsfindung und Handlungsethik
  • Advance Research Planning
  • Informed Consent und Clinical Ethical Decision Making
  • Supported und Shared Decision Making
  • Stufen der Selbstbestimmung bei Menschen mit onkologischen Erkrankungen
  • Indizierte klinische Ethik für Menschen mit onkologischen Erkrankungen
  • Prädiktive Medizin - rechtsethische Perspektiven

utako.barnikol(at)uk-koeln.de

 

AG Klinische Antiinfektiva-Entwicklung und Epidemiologie seltener Infektionen

Univ.-Prof. Dr. Oliver Cornely

Ziel der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung von Medikamenten gegen Infektionen. Dazu führen wir klinische Studien mit Antibiotika gegen Bakterien, Antimykotika gegen Pilze, Virustatika und Impfstoffen durch. Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf sehr seltenen Erkrankungen. Die Arbeitsgruppe hat mehrere hundert Studien durchgeführt. Auf dieser breiten Erfahrung helfen wir vielen anderen Gruppen bei Fragen der Studienentwicklung.

oliver.cornely(at)uk-koeln.de

AG Klinische Mikrobiomforschung

Priv.-Doz. Dr. Maria J.G.T. Vehreschild

Klinisches und wissenschaftliches Programm zur Darmfloraübertragung bei rezidivierender C. difficile Infektion

Die Arbeitsgruppe konnte an der Uniklinik Köln ein klinisches und wissenschaftliches Programm für Darmfloraübertragungen aufbauen. Erst kürzlich ist es uns in Zusammenarbeit mit der Translational Research Platform des CECAD gelungen, Patienten mit rezidivierenden C. difficile Infektionen ohne endoskopische Unterstützung, allein durch die Gabe kryokonservierter Darmflorakapseln erfolgreich zu behandeln. In einem nächsten Schritt soll die Lagerung und Verabreichung der Kapseln durch eine Gefriertrocknung noch weiter erleichtert werden. Diese Technik ist theoretisch auch für die Herstellung von Therapien außerhalb der Indikation der rezidivierenden C. difficile Infektion anwendbar.
Um die hier entstehenden Erfahrungen mit anderen Ärzten teilen zu können und nationale Standards zu entwickeln, hat unser Team in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Jena ein nationales Register für Darmfloraübertragungen (MikroTrans) aufgebaut.
Diese Behandlung fällt in Deutschland unter das Arzneimittelgesetz, ist aber nicht als Medikament zugelassen. Auch klinische multizentrische Studien, die diese Behandlung in verschiedenen Indikationen prüfen, konnten aufgrund einer fehlenden regulatorischen und infrastrukturellen Basis bisher in Deutschland nicht durchgeführt werden. Daher werden wir in einem nächsten Schritt in Zusammenarbeit mit dem Translational Project Management Office (TPMO) und der Clinical Trial Unit (CTU) des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.

 

Deutsche Studiengruppe für Klinische Mikrobiomforschung

Das öffentliche und wissenschaftliche Interesse am menschlichen Mikrobiom nimmt stetig zu. So gibt es mittlerweile zahlreiche Hypothesen zu dessen Rolle in verschiedenen medizinischen Bereichen. Wenige dieser Zusammenhänge wurden bisher genau genug beschrieben, um wirksame Therapien generieren zu können. Ursächlich sind die hohen interdisziplinären Anforderungen, die mit der Mikrobiomforschung verbunden sind. Um klinisch relevante Fragestellungen zu identifizieren und dazu passende Kooperationspartner zu vernetzen, gründete unsere Arbeitsgruppe die Deutsche Studiengruppe für Klinische Mikrobiomforschung (DSKM). Diese Gruppe soll in Zukunft als Kristallisationspunkt für translationale klinische Studien dienen.

 

Studien zur Problematik der Kolonisierung mit multiresistenten Erregern

Unsere Arbeitsgruppe untersucht präventive und therapeutische Ansätze im Umgang mit Kolonisierungen und Infektionen durch multiresistente Erreger. Im Mittelpunkt dieser Initiativen stehen die im Rahmen der Thematic Translational Unit: Healthcare-associated and Antibiotic-resistant Bacterial Infections (HAARBI) des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) entstandenen Projekte. In diesen Projekten wird anhand multizentrischer Studien der Einfluss von Hygienemaßnahmen im Hochrisikobereich, z.B. einer Kontaktisolation, auf die Kolonisierungsrate mit Extended Spektrum ß-Laktamase bildenden Enterobakterien (ESBL-E) und Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) untersucht. Des Weiteren wird in einer randomisierten, kontrollierten Studie die Wirksamkeit einer oralen Antibiotikakombination zur Eradikation von ESBL-tragenden Enterobakterien aus dem Intestinaltrakt von Hochrisikopatienten untersucht.

Ebenfalls im Kontext des DZIF beteiligt sich unsere Arbeitsgruppe an Studien zur qualitativen und quantitativen Beschreibung des antibiotischen Selektionsdrucks. Obwohl das Prinzip des antibiotischen Selektionsdrucks durch epidemiologische Daten gestützt wird, ließ es sich bisher aufgrund fehlender Quantifizierungsmöglichkeiten nicht für verschiedene Antibiotikagruppen spezifizieren. Die Technik des Metagenome shotgun sequencing erlaubt es nun, den Pool aller Resistenzgene kultivierbarer und nicht kultivierbarer Organismen sowie die unter einer antibiotischen Therapie auftretenden Veränderungen zu analysieren.

maria.vehreschild(at)uk-koeln.de

AG Kohorten in der Infektionsforschung

Univ.-Prof. Dr. Jörg Janne Vehreschild

Die Arbeitsgruppe Kohorten in der Infektionsforschung wird seit Januar 2013 von Prof. Dr. J. Janne Vehreschild geleitet. Das interdisziplinäre Team der AG besteht aus dreizehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unter anderem aus den Bereichen Medizin, Informatik, Gesundheitsökonomie und Public Health. Forschungsschwerpunkte der AG liegen auf der Durchführung von Kohortenstudien, der Implementation klinischer Daten-/Biobanken, sowie der Beantwortung epidemiologischer und klinischer Fragestellungen. Dabei stehen vor allem die Themen HIV-Infektionen und Infektionen in der Hämatologie und Onkologie im Vordergrund.

joerg.vehreschild(at)uk-koeln.de

 

 

AG Krebs- und Immunmetabolismus

Priv.-Doz. Dr. Sebastian Theurich

Die Arbeitsgruppe konzentriert sich vor allem auf den Einfluss von Stoffwechselvorgängen auf die Regulation von Immunantworten bei Krebserkrankungen. Als Modell bedienen wir uns der Metaflammation im Kontext von Adipositas sowie die Interaktion von Fettgewebe mit Immun- und Krebszellen. Hierzu konnten wir vor kurzem zeigen, dass Natürliche Killer (NK) -Zellen, die für ihre Fähigkeit bekannt sind, infizierte oder bösartige Zellen direkt elimieren zu können, auch kritische Mediatoren der Metaflammation und des Glukosestoffwechsels sind und sich bei Adipositas eine besondere Untergruppe von NK Zellen herausbildet (Cell Metabolism 2017, Nat. Immunol, 2015). Wir wollen nun in präklinischen und translationalen Ansätzen untersuchen, wie diese metabolisch veränderten NK-Zellen bzw. NK Zell-Subpopulationen zur Krebsbiologie beitragen und wie man diese Erkenntnisse therapeutisch nutzen kann. Hierzu wenden wir in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern modernste Technologien an, wie z.B.: Multicolor-Durchflusszytometrie, Einzelzellsequenzierung, RNA-Sequenzierung, Metabolomik und Lipidomik.

Ein weiterer Schwerpunkt des Labors ist es Strategien zur therapeutischen Manipulation des Tumormikromilieus zu entwickeln, um hierdurch eine anti-Tumorimmunantwort zu verstärken. Wir konnten bereits zeigen, dass tumorassoziierte B-Zellen im kutanen T-Zell-Lymphom potentielle Kandidaten für therapeutische Interventionen sein könnten (JCO 2016). Eine andere mögliche Strategie zur gezielten Verstärkung einer Tumorimmunantwort könnten zusätzliche, lokal angewandte ablative Verfahren (z.B. Bestrahlung, Elektrochemotherapie oder Hochfrequenzablation) oder auch eine zielgerichtete Therapie im Zusammenhang mit systemischer Zell- oder Immuntherapie darstellen, wie wir bereits zeigen konnten (Cancer Immun Res 2016; JCO 2013). Die Projekte hierzu laufen in enger Kooperation mit dem Radio-Immun-Onkologie (RIO) Konsortium an der Uniklinik Köln. Ergänzt durch translationale und klinische Analysen (siehe weiter unten) ist es das übergeordnete Ziel unserer Gruppe, innovative immunmetabolische Therapiestrategien zur Bekämpfung von Krebs zu entwickeln.

sebastian.theurich(at)uk-koeln.de

 

AG Onkologische Bewegungsmedizin

Priv.-Doz. Dr. Thomas Elter, Priv.-Doz. Dr. Sportwiss. Freerk Baumann

Zahlreiche Studien belegen, dass durch körperliches Training nach Diagnosestellung einer onkologischen Erkrankung die Nebenwirkungen der medizinischen Therapie reduziert und damit der Behandlungsverlauf verbessert werden kann. So kann u.a. das Fatiguesyndrom reduziert, die körperliche Leistungsfähigkeit gefördert, psychische Parameter stabilisiert und die Lebensqualität der Patienten unter Therapie und in der Nachsorge somit gesteigert werden kann. Zudem zeigen erste Hinweise, dass bei einigen Entitäten auch das Gesamtüberleben verbessert werden kann. Möglicherweise kann auch die Wiedereingliederung von Patienten in den Alltag nach Ende der Therapie schneller ermöglicht werden. Völlig unklar ist jedoch, wodurch diese Effekte vermittelt werden und wie sich diese gezielt nutzen lassen.

Ziel unserer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die seit 2007 existiert, ist es somit, die molekularen und biologischen Grundlagen dieser Einflüsse aufzuarbeiten und einzugrenzen sowie die Bewegungstherapie als integralen Bestandteil einer onkologischen Behandlung zu installieren. Wesentliche Erfahrungen zu diesem Projekt wurden in unserer Klinik bereits durch zahlreiche Bachelor-, Diplom- und Doktorarbeiten mit der Deutschen Sporthochschule gewonnen.

freerk.baumann(at)uk-koeln.de

thomas.elter(at)uk-koeln.de

 

AG Psychoonkologische Versorgungsforschung

Priv.-Doz. Dr. phil. Michael Kusch

Forschungsschwerpunkte

  • Integrierte, sektorenübergreifende Psychoonkologie (isPO): Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines gestuften psychoonkologischen Versorgungsprogramms
  • Ergebnisorientierung in der Psychoonkologie: Entwicklung von Konzepten und Instrumenten zur Evaluation der Ergebnisqualität psychoonkologischer Patientenversorgung
  • Partizipative Qualitätsentwicklung: Wissenschaftliche Begleitung des Qualitätsverbundes Krebsberatung NRW
  • Therapietreue: Untersuchung der Adhärenz in der oral-medikamentösen Krebstherapie

michael.kusch(at)uk-koeln.de

 

Gastrointestinal Cancer Group Cologne (GCGC)

Priv.-Doz. Dr. Thomas Zander


Klinische Medikamentenstudien

Im Rahmen Klinischer Medikamentenstudien werden Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen innovative Therapien, insbesondere frühe personalisierte Therapieansätze angeboten. In enger Kooperation mit dem Institut für Pathologie und dem Netzwerk Genomische Medizin (NGM) Gastrointestinale Tumoren werden die molekularen Marker bestimmt, die dann im Rahmen der Studien zielgerichtet behandelt werden können. Diese Arbeit wird durch das Studienzentrum der Klinik I für Innere Medizin unterstützt.

Wir führen Studien für folgende Krebserkrankungen durch:

thomas.zander(at)uk-koeln.de

 

 

 

Innate Immunity Group

Prof. Dr. Elke Pogge von Strandmann

Wie Zellen unter Stress Immunalarm auslösen

Die Aktivität von NK Zellen beruht auf dem Gleichgewicht von Rezeptoren für inhibitorische Selbstantigene und von Rezeptoren, die induzierbare aktivierende Liganden auf Tumorzellen und virus-infizierten Zellen erkennen. NK Zellen unterscheiden also nicht nur zwischen "Selbst" und "Fremd", sondern spüren vor allem pathologische Veränderungen der körpereigenen Zellen auf. Gesunde Zellen exprimieren inhibitorische MHC I Moleküle, die auf malignen Zellen oft fehlen (missing self), während aktivierende Liganden auf malignen Zellen induziert werden (induced self). Neue Daten weisen darauf hin, dass weitgehend unbekannte Liganden der wichtigen Gruppe der "Natural Cytotoxicity Receptors" (NCR) von transformierten Zielzellen sezerniert werden. Diesen neuen Mechanismus der Ligand/Rezeptor Interaktion, der die Aktivität von NK Zellen steuert, analysieren wir auf molekularer Ebene.

Ein Fokus unserer Forschungsarbeiten ist die Identifizierung von NCR-Liganden und ihre funktionelle Charakterisierung bei gesunden Menschen  und bei Patienten mit hämatologischen Tumoren. Weiterhin untersuchen wir die Regulation von Liganden für den zentralen zytotoxischen NKG2D Rezeptor. Basierend auf neuen Erkenntnissen zu NK-Rezeptor-Ligand Interaktionen werden Antikörper-Liganden-Fusionsproteine (Immunliganden) zur therapeutischen Modulation der NK-Zell Aktivität entwickelt.

Immunzellen, wie zytotoxische Effektorzellen werden oft in das Tumorgewebe rekrutiert und so umprogrammiert, dass sie die malignen Zellen nicht schädigen sondern unterstützen. Es ist dabei bisher weitgehend unverstanden, wie die Tumorzellen mit den Immunzellen über Distanz kommunizieren. Der Schwerpunkt von PD Dr. Hinrich Hansen ist die Erforschung einer tumorunterstützenden, Rezeptor-Liganden-Kommunikation. Der Focus der Arbeiten liegt auf in trans-Wechselwirkung von Tumorzellen mit Mastzellen, Granulozyten und Monozyten mittels Metalloproteinase-abhängiger Rezeptor- oder Ligandenabspaltung, Mikrovesikelabgabe oder tubulärer Netzwerkbildung. Ein besseres Verständnis der tumorunterstützenden Kommunikation der Zellen des Tumorgewebes soll mittelfristig zu neuen therapeutischen Konzepten führen.

Wir sind ein hoch motiviertes Team mit ausgezeichneter lokaler (SFB832KFO286) und internationaler Vernetzung. Unser Ziel ist es, international kompetitive Forschung auf dem Gebiet der Regulation von NK Zellen zu leisten. Dabei ist uns die Translation der Ergebnisse in neue, klinisch relevante Therapiekonzepte sehr wichtig.

elke.pogge@uk-koeln.de

Interventionelle Immunologie Köln (CII)

Prof. Dr. Dr. rer. nat. Michael von Bergwelt

In den vergangenen Jahren konnte gezeigt werden, dass B-Zellen bei einer Reihe von Erkrankungen eine pathophysiologische Schlüsselrolle einnehmen. Hierzu gehören die Abstoßung von Organtransplantaten, Autoimmunerkrankungen, die Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) sowie die HIV-Infektion. Neben der Produktion von Antikörpern werden hier antikörperunabhängige Funktionen wie Antigenpräsentation gegenüber T-Zellen, Zytokinsekretion und Induktion von regulatorischen Effekten als zugrundeliegender Mechanismus postuliert.

Zahlreiche Tumorentitäten sind durch ein zum Teil tumorantigenspezifisches B-Zellinfiltrat charakterisiert. Inwieweit und durch welche Mechanismen dieser Teil des Tumormikromilieus zum Tumorwachstum oder zur Tumorkontrolle beiträgt ist weitestgehend unverstanden. Insbesondere sind die genauen Eigenschaften hinsichtlich der Antigenpräsentation gegenüber T-Zellen und deren Bedeutung für Tumorerkrankungen kaum untersucht.

Das übergeordnete Ziel unserer Arbeit ist daher die Charakterisierung der Antigenpräsentationseigenschaften humaner und muriner B-Zellen und B-Zellneoplasien, deren Untersuchung im Kontext des Tumormikromilieus sowie der Entwicklung B-Zell-gerichteter beziehungsweise B-Zell-basierter Immuntherapien für Tumorpatienten.

Wichtig ist, dass der immunologische Mechanismus der Wahl des klinischen Szenarios zugrunde liegt, so dass wir nicht ausschließlich eine Erkrankung untersuchen, sondern immunologische Zusammenhänge im optimalen Krankheitsmodell verstehen und wissenschaftsgetrieben immunbasierte Therapien entwickeln wollen.

Um dies optimal umsetzen zu können bedarf es einer breiten klinischen Vernetzung. Wir freuen uns daher sehr, dass ärztliche Mitarbeiter aus einer Reihe von anderen Kliniken als PostDocs in unserer AG arbeiten und wesentliche Expertise und Zugang zu Patienten mit immun-vermittelten Erkrankungen verschaffen.

michael.bergwelt(at)uk-koeln.de

 

Krebstherapie und Molekulare Bildgebung

Priv.-Doz. Dr. med. Dr. nat. med. Roland Ullrich

In den letzten Jahren zeigte sich zunehmend, dass Krebs eine genetische Erkrankung ist. Mutationen im Genom der Krebszelle führen zu einer Transformation von gesunden Zellen zu Tumorzellen. Hierbei konnten in verschiedenen Tumorentitäten sogenannte Onkogene identifiziert werden, die das Tumorzellwachstum bedingen. Es konnte zudem gezeigt werden, dass diese Onkogene die Tumorzellen in eine essentielle Abhängigkeit von bestimmten Signalwegen in der Tumorzelle führen. Die zielgerichtete Hemmung dieser Signalwege führt zu einer Inhibierung der Tumorzellproliferation und zum programmierten Zelltod der Tumorzelle (Apoptose). In Zusammenarbeit mit der Abteilung Translationale Genomik der Universität zu Köln von Prof. Dr. Roman Thomas untersuchen wir hierbei insbesondere in Lungentumoren die Wirkung zielgerichteter Krebstherapien auf das Tumorwachstum in vitro als auch in vivo.

roland.ullrich(at)uk-koeln.de

 

Labor für AAV-Vektorentwicklung

Priv.-Doz. Dr. Hildegard Büning

Forschungsschwerpunkt

Die Gentherapie ist ein Verfahren zur transienten oder permanenten Einschleusung von Genen in Zellen eines Organismus sowie zur Modifikation von Genen innerhalb von Zellen. Hierzu ist ein effizienter Transfer der entsprechenden Gene essentiell. Ein sehr viel versprechendes Gentransfersystem (Vektorsystem) basiert auf dem Adeno-Assoziierten Virus. Unsere Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt dieses Vektorsystem zu optimieren und zwar durch:

  • Entwicklung von zelltypspezifischen Vektoren durch genetische Modifizierung des Virus-Kapsids (Vektor-Targeting)
  • Analyse der Virus-/Vektor-Zellinteraktion

hildegard.buening@uk-koeln.de

Labor für experimentelle und translationale Antiangiogeneseforschung

Priv.-Doz. Dr. Ulrich Hacker

Übergeordnetes Ziel der Arbeitsgruppe ist die Optimierung der antiangiogenen Therapie in der Behandlung von soliden Tumoren. Die Arbeiten zu diesem Thema umfassen dabei:

  • Klinische Studien, in denen neue antiangiogen wirksame Substanzen oder Kombinationen untersucht werde.
  • Translationale Forschungsprojekte, die der Identifizierung von klinisch relevanten prognostischen und prädiktiven Biomarkern im Zusammenhang mit antiangiogenen Therapien dienen.
  • Tierexperimentelle Arbeiten zur Etablierung neuer antiangiogener Therapiestrategien

ulrich.hacker@uk-koeln.de

 

Labor für flüssige Onkogenomik

Dr. nat. med. Jonathan Weiss

Diagnostik

Die Flüssigbiopsie ermöglicht die genetische Untersuchung von Tumoren und gehört zum Kanon der standardmäßig angewandten Methoden in der Tumordiagnostik. Für eine Flüssigbiopsie wird das untersuchende genetische Material, anders als bei einer klassischen Biopsie, aus dem Blut oder einer anderen Körperflüssigkeit eines Patienten gewonnen. Durch die Analyse der genetischen Information dieses Materials werden wichtige Informationen über den betreffenden Tumor gewonnen, die dem behandelnden Arzt dabei helfen, passende Behandlungsmethoden zu wählen und individuelle Prognosen für die Patienten zu erstellen.

Einer der Vorteile der Flüssigbiopsie ist die schonende Probengewinnung, die es selbst bei sehr kranken Patienten noch erlaubt, Proben zu sammeln. Doch nicht nur in der Tumordiagnostik findet das Verfahren Anwendung. Mithilfe der Flüssigbiopsie lassen sich für zahlreiche klinische Fragegestellungen verlässliche Informationen gewinnen. Daher arbeitet unser Labor für Flüssigbiopsie eng mit Ärzten inner- und außerhalb der Universitätskliniken Köln zusammen.

Wo setzten wir Flüssigbiopsie ein?

Grundsätzlich setzten wir Flüssigbiopsien bei allen Arten von soliden Tumoren ein. Jedoch haben wir zwei Schwerpunkte entwickelt.
Erstens verwenden wir Liquid Biopsies für die Langzeitkontrolle des Tumorverhaltens beim malignen Melanom (Hautkrebs) anhand der prominenten BRAF_V600E Mutation. Die Kontrollen führen wir sowohl bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom zur Überwachung der Behandlung als auch bei tumorfreien Patienten zur frühzeitigen Feststellung eines Rezidivs durch. Zudem bieten wir die LB bei Patienten an bei denen nicht klar ist ob eine BRAF Mutation vorliegt, die aber bereits zu schwach sind um auf eine normale Biopsie zu warten. 
Zweitens bieten wir Liquid Biopsies bei Patienten mit einem Speiseröhren oder Darmtumor im frühen Stadium an. Bei der Behandlung in diesem Stadium wird das sichtbare Tumorgewebe (nach einer Chemotherapie) mittels eines chirurgischen Eingriffs entfernt. Nach der Entfernung des Tumors kann mittels einer Liquid Biopsie überprüft werden ob sich weiteres Tumorgewebe im Körper befindet, welches zu klein ist um es chirurgisch zu entfernen. Patienten bei denen sogenannte Mikrometastasen vorliegen, können so identifiziert und ggf. weiter behandelt werden.

Die klonale Evolution der CLL

Ein grundsätzliches Problem bei der Behandlung von Krebs ist das Auftreten von Resistenzen, die im Lauf der Behandlung dazu führen, dass kein Medikament mehr wirkt. Die Resistenzentwicklung kann man sich dabei wie eine beschleunigte Evolution vorstellen – vorteilhafte genetische Veränderungen (u.A. Resistenzen) kristallisieren sich heraus und sind schnell im gesamten Krebs zu finden.

Die Erforschung wie solch eine Evolution abläuft und die Entwicklung von Computermodellen die solche eine Evolution vorhersagen können ist ein weiterer Schwerpunkt des Labors. Dazu untersuchen wir Krebszellen von Patienten zu Beginn und nach Auftreten einer Resistenz. Zusätzlich setzten wir gezielt Flüssigbiopsien ein um die Evolution kleinschrittig zu verfolgen und die Computermodell zu verfeinern. Ziel des Projekts ist es Ärzten vor der Behandlung sagen zu können welche Medikamente wahrscheinlich bald nicht mehr wirken werden und welche Medikamente man zusätzlich geben sollte um die Entwicklung von Resistenzen zu verhindern.

jonathan.weiss@uk-koeln.de

 

 

Labor für funktionelle Genomik in lymphoiden Neoplasien

Dr. Carmen Diana Herling

Das Labor für funktionelle Genomik in lymphoiden Neoplasien beschäftigt sich mit der Bestimmung und Charakterisierung diagnostisch und prognostisch relevanter Moleküle in Tumorzellen, vorwiegend am Model der chronischen lymphatischen Leukämie als tumoröse Erkrankung der B-Zellen.

In Zusammenarbeit mit dem UT M.D. Anderson Cancer Center konnten wir mit Hilfe von Genom-weiten Genexpressions-Analysen zeigen, dass die Bestimmung von Gen-Signaturen bestehend aus 2-13 Genen ausreichend ist, um die Zeit bis zur ersten Behandlung oder des Gesamtüberlebens prognostisch signifikant vorherzusagen. Wir gehen davon aus, dass die durch diese Gene kodierten Moleküle eine besondere Rolle in der zellulären CLL- bzw. B-Zell-Pathophysiologie spielen. Ziel unserer weiterführenden Untersuchungen ist es, diese Moleküle in ihrer biologisch funktionellen Rolle in etablierten in vitro und in vivo-Modellen zur CLL bzw. malignen B-Zell-Erkrankungen zu charakterisieren und mögliche direkte und/oder Pathway-assoziierte Therapietargets zu identifizieren.

Des Weiteren streben wir nach der Entwicklung neuer diagnostisch bzw. prognostisch anwendbarer Test, welche dem Arzt eine Entscheidungshilfe im klinischen Therapiemanagement von CLL- bzw. Tumor-Patienten bieten können. Ziel ist es hierbei insbesondere, moderne hochauflösende Technologien der Genom- bzw. Transkriptomanalyse klinisch nutzbar zu machen.
Unsere Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG) und dem Labor für molekulare Hämatologie und Onkologie der Klinik I für Innere Medizin.

carmen.herling(at)uk-koeln.de

 

Labor für lymphozytäres Signaling und Onkoproteom

Dr. Marco Herling

Die Arbeiten unseres Labors sind um die pathogenetischen Mechanismen maligner Neoplasien der T- und B-Lymphozyten, den Lymphomen oder primären lymphatischen Leukämien, aufgestellt. Aktuell sind therapeutische Fortschritte in diesen Tumoren in Richtung verbesserter Strategien die speziell auf die relevanten molekularen Mechanismen des Tumorzellüberlebens und -wachstums abzielen, stark durch ein noch limitiertes Verständnis der kritischen Signalwege von zellulärer Transformation und Tumorprogression behindert. Dabei sind zudem die chronologische Sequenz dieser Schritte aber auch deren intrazelluläre hierarchische Relevanz sowie eine diesbezügliche intratumorale klonale Heterogenität zum Zeitpunkt des klinisch fassbaren Tumors wenig verstanden.

marco.herling@uk-koeln.de

 

 

Labor für Mikromilieu und Therapie Maligner Lymphome

Priv.-Doz. Dr. Christian Pallasch

Das sogenannte Tumormikromilieu stellt das umgebende Gewebe von Krebszellen dar und bietet bösartig entarteten Tumorzellen eine komplexe Umgebung mit vielfältigen funktionellen Beziehungen und Wechselwirkungen. Neben den malignen Tumorzellen sind hier infiltrierende Zellen des Immunsystems von großer Bedeutung. Vor allem Fresszellen, sogenannte Makrophagen, können hier eine das Tumorwachstum fördernde Rolle einnehmen. Durch synergistische Kombinationstherapie im Tumormikromilieu ist es jedoch möglich, Makrophagen zu Tumor-abtragenden Effektorzellen zu re-programmieren (Pallasch et al. CELL 2014). Unsere Arbeitsgruppe befasst sich mit den Mechanismen der Therapieresistenzentstehung die durch das Tumormikromilieu bedingt werden. Hierbei spielen die Mechanismen der Freisetzung von entzündlichen Botenstoffen und die Funktion der Makrophagen im Tumorgewebe nach Chemotherapien eine zentrale Rolle. Diese werden zur Entwicklung neuer synergistischer Therapiekombinationen in Zellkultur- und Mausmodellen weiterentwickelt um die Anwendung in klinischen Studien zu ermöglichen. 

christian.pallasch(at)uk-koeln.de

 

 

Hämatologische Diagnostik

Prof. Dr. Karl-Anton Kreuzer

Zytomorphologischer Arbeitsbereich

Im zytomorphologischen Arbeitsbereich des Labors werden Blut- und Knochenmarkausstriche sowie sämtliche Punktionsmaterialien (zum Beispiel Ergüsse, Liquor, Lymphknoten) mit einem ausgedehnten Spektrum von Übersichts- und Spezialfärbungen untersucht. Hierzu stehen moderne Lichtmikroskope mit einer „High-End-Optik“ zur Verfügung (Zeiss Axiophot®, AxioImager®). Das Labor ist zudem via digitaler Bildübertragung im Rahmen von Live-Schaltungen (Telemikroskopie) mit anderen Experten vernetzt, so dass mikroskopische Bilder übertragen und schwierige Fälle kritisch diskutiert werden können. Ein weiteres Mikroskop ist mit einer 5-fach-Mitbeobachetereinrichtung versehen und gleichzeitig mit einer Mikroskopkamera an einen 58''-Plasmabildschirm angeschlossen. Auf diese Weise können interessante Fälle auch in kleineren Gruppen besprochen werden. Klinikintern werden darüber hinaus tagesaktuelle Fälle innerhalb der regelmäßigen Besprechungen per Videoprojektion demonstriert und erläutert.

Durchflusszytometrischer Arbeitsbereich

Im durchflusszytometrischen Arbeitsbereich des Labors erfolgt die Immunphänotypisierung von Leukämien, Lymphomen und weiterer hämatologischer Erkrankungen. Hierzu stehen zwei 5-Farben-, zwei 10-Farben- und ein vollautomatisches 4-Farben-Durchflusszytometer zur Verfügung. Neben der Routinediagnostik klinikinterner und auswärtiger Proben führt das Labor für die Deutsche CLL-Studiengruppe sowie industrielle Auftraggeber die zentrale immunphänotypische Diagnostik großer multizentrischer Therapiestudien zur CLL durch.

Molekulargenetischer Arbeitsbereich

Das methodische Spektrum wird ferner durch den molekulargenetischen Arbeitsbereich ergänzt. Hier werden klonale Marker bei akuten und chronischen Leukämien (zum Beispiel BCR-ABL, RUNX1/RUNX1T1, CBFβ/MYH11 und NPM1-Mutationen) qualitativ und quantitativ bestimmt. Ferner erfolgt die Untersuchung diagnostisch und prognostisch bedeutsamer molekulargenetischer Veränderungen (zum Beispiel IgHV-Mutationsstatus).

Zytogenetischer Arbeitsbereich

Im zytogenetischen Arbeitsbereich des Labors werden konventionelle zytogenetische Untersuchungen (Karyogramme) sowie Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierungen (FiSH) durchgeführt. Hierbei kommt eine automatisierte Mikroskopier- und Analysetechnik (Zeiss AxioImager®, Metasystems Metafer®) für den Hochdurchsatz zur Anwendung.

Labor für molekulare Immunologie

Priv.-Doz. Dr. David Kofler

TH17-Zellen sind ein wichtiger Bestandteil des zellulären Immunsystems. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Einfluss von TH17-Zellen auf die Entstehung und den Verlauf von Autoimmunerkrankungen. Insbesondere interessieren uns Mechanismen, die für die Entstehung und Regulierung autoimmun-aggressiver TH17-Zellen verantwortlich sind.

Prostaglandin E2 ist ein wichtiger Entzündungsmediator, dessen Vorstufe durch die Cyclooxygenase-2 (COX-2) gebildet wird. Der Einsatz von COX-2 Inhibitoren zur Entzündungshemmung hat sich bei zahlreichen rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen bewährt. Der Wirkmechanismus von Prostaglandin E2 auf TH17-Zellen ist bislang nur teilweise bekannt. Unsere Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass die Expression des Prostaglandin E2 Rezeptors EP2 in TH17-Zellen bei Entzündungen hochreguliert wird und eine Aktivierung des EP2-Signalwegs zur Entstehung von auto-aggressiven TH17-Zellen führt.

Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wie das Gleichgewicht zwischen regulatorischen T-Zellen (Treg) und TH17-Zellen durch Prostaglandin E2 Rezeptor-Signalwege beeinflusst wird. Treg-Zellen weisen einen hohen Grad an Plastizität auf und können sich zu TH17-Zellen entwickeln. Es wird vermutet, dass diese Veränderungen zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen beitragen. Wir wollen aufdecken, welche Prostaglandin Rezeptor-Signalwege die Umwandlung von Treg-Zellen in TH17-Zellen begünstigen.

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Labors liegt auf Untersuchungen zur Rolle von TH17-Zellen im Tumormikromilieu. Bei einigen Tumorarten wie dem Multiplen Myelom und dem Kolonkarzinom findet sich in unmittelbarer Nähe zu den malignen Zellen eine große Anzahl an TH17-Zellen. Der Einfluss von TH17-Zellen auf das Tumorwachstum soll bei diesen Tumorerkrankungen untersucht werden.

david.kofler@uk-koeln.de

 

Labor für molekulare Pathogenese der CLL

Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek

Unsere Schwerpunkte liegen auf der:

Analyse der Bedeutung des Tumormikromilieus für die Pathogenese und Weiterentwicklung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)

Die CLL ist eine Erkrankung, bei der das Überleben der Leukämiezellen in starkem Maße von der kontinuierlichen Stimulation durch extrazelluläre Faktoren abhängt. Diese potentielle "Achillessehne der CLL" versuchen wir anhand eines CLL-Mausmodelles zu erforschen und für neue therapeutische Ansätze bei der CLL-Therapie nutzbar zu machen. Unter Nutzungvon Knockout-Mäusen analysieren wir die Bedeutung von Zytokinen/Chemokinen und Oberflächenrezeptoren für die Entstehung und Weiterentwicklung der CLL.

Targetvalidierung

Hier identifizieren wir Moleküle, die als therapeutische Targets für die Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und anderer onkologischer Erkrankungen in Frage kommen, und validieren sie anhand von Tiermodellen. Zum großen Teil führen wir Grundlagenforschung über eigene Moleküle durch, greifen aber auch Ergebnisse anderer Gruppen auf. Für jedes Gen wird die geeignete Validierungsstrategie entwickelt und danach die entsprechenden Tiermodelle entworfen. Dies beinhaltet die Herstellung gentechnologisch veränderter Mäuse wie zum Beispiel Knockout- und transgener Mäuse.

Genetische Diagnostik des Risikos für CLL-Prädisposition und -Krankheitsprogression

Wir arbeiten an der Identifikation von kleinen genetischen Unterschieden, sogenannten single nucleotide polymorphisms (SNP), zwischen den Genen von CLL-Patienten und Gesunden. Dies soll ermöglichen eine mögliche Prädisposition zur CLL oder das individuelle Risiko zur Krankheitsprogression besser einschätzen zu können.

Langfristige Ziele

Unser Ziel ist es, neue Strategien für die Behandlung der CLL und maligner Erkrankungen des Menschen zu identifizieren, diese dann in Zusammenarbeit mit industriellen Kooperationspartnern weiterzuentwickeln und in klinischen Studien zu testen.

Labor für präklinische Arzneimittel-Testung

Dr. rer. nat. Günter Krause

Erfreulicherweise werden in stark zunehmendem Umfang neue Wirkstoffe mit Potential zu Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) entwickelt. Bei einem Großteil dieser neuen Substanzen handelt es sich um zielgerichtet entwickelte Medikamente (targeted drugs). Dazu gehören niedermolekulare Wirkstoffe (small molecules) und monoklonale Antikörper.

Für unsere Arbeitsgruppe stellt sich die Aufgabe, ausgewählte Wirkstoff-Kandidaten im Labor vergleichend zu beurteilen und ggf. für die klinische Prüfung vorzubereiten. Dazu verwenden wir frisch aus dem Blut von CLL-Patienten isolierte Leukämie-Zellen, die im Labor weitergezüchtet werden. Mit verschiedenen Konzentrationen der Wirkstoff-Kandidaten behandelte Zellen werden mit unbehandelten Kulturen verglichen. Wir messen, in welchem Ausmaß das Überleben der Leukämiezellen durch die Wirkstoffe beeinträchtigt  wird, bzw. inwiefern die Substanzen Zelltod auslösen. Außerdem führen wir biochemische Untersuchungen durch, um die Wirkung der Kandidaten-Substanzen auf molekularer Ebene zu erfassen.

Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist unsere präklinische Charakterisierung der Wirkung des Tyrosinkinase-Inhibitors Dasatinib auf CLL-Zellen. Der Inhibitor befand sich bereits in klinischer Anwendung zur Behandlung Imatinib-resistenter Bcr-Abl-positiver Leukämien. Die Src Kinase Lyn, deren Menge und Aktivität in CLL-Zellen erhöht ist, stellte einen möglichen Angriffspunkt für den Inhibitor in CLL-Zellen dar. Im Rahmen unserer Untersuchungen an frisch isolierten CLL-Zellen konnten wir zeigen, dass der Src/Abl-Inhibitor Dasatinib effizient die Apoptose der Leukämiezellen induziert (Veldurthy et al., Blood 2008). Dasatinib setzte die globale Tyrosinphosphorylierung in geringerer Konzentration stärker herab als andere getestete ATP-kompetitive Tyrosinkinase-Inhibitoren und erzielte eine deutliche Hemmung der Src-Kinasen und der nachgeschalteten Akt- und Erk-Signalwege. Die Wirkung des Dasatinib war bei Patienten mit unmutierten IgVH-Genen und hoher ZAP70-Expression deutlich stärker ausgeprägt als in den Vergleichsgruppen. Damit gelang der Nachweis, dass Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Dasatinib in der Behandlung der CLL wirksam sein können, insbesondere für die prognostische Untergruppe mit aggressiver Verlaufsform.

Um die Wirkung therapeutischer Antikörper gegen CLL-Zellen vergleichen zu können, erweiterten wir die für die Testung niedermolekularer Wirkstoffe eingesetzten Nachweismethoden um Verfahren, mit denen auch die durch Effektorzellen und das Komplementsystem vermittelte Antikörper-Wirkung auf CLL-Zellen erfasst werden kann. Außerdem versuchen wir die Lebensfähigkeit von Labor-Kulturen von CLL-Zellen zu erhöhen und sie für die Wirkstoff-Testung unter möglichst lebensnahen Bedingungen zu halten, indem wir Reize aus deren natürlicher Umgebung in Blut, Lymphknoten oder Knochenmark in den Kulturen nachahmen.

Zum besseren Verständnis der Inhibitoren der Signaltransduktion zu Grunde liegenden Mechanismen verwenden wir gezielt an ihrer Inhibitor-Bindetasche veränderte, Inhibitor-resistente Kinase-Mutanten als chemico-genetische Werkzeuge.  Solche Mutanten einzelner Kinasen heben Inhibitor-Effekte in einem Ausmaß auf, das der Target-Selektivität der verwendeten Inhibitoren entspricht und die funktionelle Beteiligung der jeweiligen Kinase im untersuchten zellulären Zusammenhang widerspiegelt.

guenter.krause@uk-koeln.de

 

 

Labor für Tumorgenetik und Immunologie

Prof. Dr. Hinrich Abken


Innovative Strategien der adoptiven Immuntherapie von Tumorerkrankungen

Die adoptive Immuntherapie hat das Ziel, Tumor-Zellen im Patienten durch Applikation von Immunzellen aufzuspüren und zu eliminieren. Dabei verfolgen wir einen neueren Ansatz, der darauf beruht, zytotoxischen T-Zellen des Patienten eine definierte Spezifität für den Tumor zu verleihen. Dieses geschieht durch Expression eines rekombinanten Rezeptor-Moleküls (Immunrezeptor, chimeric antigen receptor CAR), dessen extrazelluläre Domäne von einem Antikörper abgeleitet ist und an ein definiertes Ziel-Antigen auf Tumor-Zellen bindet und dessen intrazelluläre Domäne das Signal für die T-Zell Aktivierung vermittelt. Eine so modifizierte T-Zelle wird durch Bindung an das Ziel-Antigen aktiviert, sezerniert Zytokine und vermittelt die Lyse der Antigen-tragenden Tumorzellen. Um Tumor-Zellen zu erkennen, verwenden wir Bindungsspezifitäten für ein sog. „Tumor-assoziiertes Antigen“, das auf der Oberfläche von Tumoren besonders hoch exprimiert wird, jedoch als „Selbst“-Antigen auch auf gesunden Zellen zu finden ist.

Wir generierten in den letzen Jahren eine Vielzahl derartiger Immunrezeptoren, verbesserten deren Design, exprimierten sie in zytotoxischen T-Zellen gesunder Spender und von Tumorpatienten und wiesen die anti-Tumor Aktivität derartig modifizierter T-Zellen in prä-klinischen Modellen nach.

Unsere derzeitigen Arbeiten konzentrieren sich auf folgende Fragen:

  • Wie kann das Design des Immunrezeptors für die Aktivierung von T-Zellen und anderen Immunzellen weiter optimiert werden?
  • Kann die Immuntoleranz des Patienten gegenüber seinem Tumor durch Immunrezeptor modifizierte T-Zellen langfristig durchbrochen werden? Kann dem Patienten ein immunologisches Gedächtnis zur Erkennung seines Tumors verliehen werden?
  • Wie kann die Immunsuppression im Tumor überwunden werden?
  • Welche Tumor-Zellen müssen eliminiert werden, um eine Tumorerkrankung erfolgreich und langfristig zu bekämpfen?
  • Wie können wir die Sicherheit des immuntherapeutischen Ansatzes verbessern und mögliche unerwünschte Immunantworten frühzeitig erkennen und unterdrücken?

Wir haben humane und murine Immunrezeptoren gegen eine Vielzahl von Antigenen entwickelt und charakterisiert, u.a. gegen Lymphome, Leukämien, gastrointestinale Tumore, und gegen das Melanom, sowie gegen Virus infizierte Zellen. Außerdem stehen uns transgene Maus-Stämme und klinik-nahe Tumormodelle in der Maus zur Verfügung, um das immuntherapeutische Konzept umfassend bearbeiten zu können.

Durch unsere experimentellen Ergebnisse und durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen im In- und Ausland haben wir die Voraussetzungen geschaffen, das Konzept für die Behandlung von Tumoren klinisch zu erproben. Mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe bereiten wir derzeitig eine klinische Studie zur adoptiven Immuntherapie des kutanen Lymphoms vor.

hinrich.abken@uk-koeln.de

 

Lung Cancer Group Cologne

https://lungcancergroup.de/

 

 

Research Group "DNA Damage response and Cancer"

Translationale Krebsforschungsgruppe

Dr. Tamina Seeger-Nukpezah
ForschungsschwerpunktDie Identifizierung Tumorentität-spezifischer Signalabhängigkeiten (MILES Konsortium)

In den letzten Jahren wurde viele Anstrengung darauf verwendet, genetische Läsionen zu identifizieren, welche Tumorwachstum fördern. Für eine Reihe von Tumorentitäten sind mittlerweile charakteristische genetische Veränderungen aufgeklärt worden, die in der Tumorgenese eine wichtige Rolle spielen. Zudem ist bekannt, dass in Abhängigkeit von der Tumorentität unterschiedliche Signalwege aktiviert werden, wodurch genetische Läsionen Tumorentität-spezifische Auswirkungen haben können. Dieser molekularer „Fingerabdruck“ steuert neben der Tumorentstehung und Progression vor allem auch das Ansprechen auf Therapien. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Erfolg von Krebsmedikamenten, welche spezifisch bestimmte Signalwege angreifen, nicht nur von der Expression der genetischen Läsion abhängig ist, sondern auch von dem Ursprung des Primärtumors. Die Stratifizierung nach Expressionssignaturen und deren Korrelation mit klinischen Verlaufsdaten kann somit dabei helfen, wichtige prognostische bzw. therapierelevante Unterschiede innerhalb einer vormals einheitlichen Entität aufzudecken und so die Therapie individuell zu optimieren.

Das Juniorkonsortium MILES (MILES) verknüpft Lebenswissenschaften mit Informationswissenschaften, um mit einem systemmedizinischen Ansatz solche Signalabhängigkeiten aufzudecken. Das Juniorkonsortium wird vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des e:Med calls (e:Med), gefördert und besteht aus 5 Teilprojektleitern, die alle Teil der Universität zu Köln sind. In unserem Teilprojekt untersuchen wir insbesondere die NEDD9-abhängigen Signalwege und setzten dazu sowohl in vitro Modelle als auch transgene Mausmodelle ein. Gleichzeitig arbeiten wir mit der Lung Cancer Group Cologne (LCGC)  und dem pathologischen Institut zusammen, um klinischen Daten mit in die Analysen einzubeziehen.

Die Analyse von onkogenem Signaling zwischen Tumorzelle und Tumormikromilieu im Lungenkarzinom

In dem letzten Jahrzehnt ist zunehmend deutlich geworden, dass die Tumorprogression nicht nur von den Tumorzellen selbst bestimmt wird, sondern auch von dem Tumormikromilieu (TMM). Das TMM bildet ein komplexes “Neo-Organ”, welches aus unterschiedlichen Zelltypen aufgebaut ist und gemeinsam zu der Tumorprogression beiträgt. Das TMM setzt sich sowohl aus Nicht-Tumorzellen, wie z.B. infiltrierenden Immunzellen und Fibroblasten, als auch aus extrazellulärer Matrix und löslichen Molekülen, wie Chemokinen und Wachstumsfaktoren zusammen, die zu der Kommunikation zwischen Tumor- und Nicht-Tumorzellen beitragen. Durch dieses Konzept nimmt das Bild der Tumorplastizität immer weiter Gestalt an, wobei insbesondere Tumorinvasion und Metastasierung von einer dynamischen Kommunikation zwischen Tumorzellen und TMM geprägt sind. Ein besseres Verständnis der Kommunikation zwischen Tumorzelle und TMM ist somit eine essentielle Voraussetzung, um neue Therapieansätze für die Tumorbekämpfung zu entwickeln.

Mit Fokus auf das Lungenkarzinom untersuchen wir mit Hilfe spezieller in vitro und in vivo Modelle onkogene Signalwege, die die wechselseitige Beziehung zwischen Tumorzelle und Tumormikromilieu regulieren.

Die Analyse von onkogenem Signaling und die Regulation des primären Ziliums in der Pathophysiologie der Niere

Weltweit gehörten Tumore der Niere zu den 10 häufigsten Krebsarten, mit besonders hohen und ansteigenden Inzidenzraten in industriellen Ländern wie USA, Europa und Japan. Mit einem Anteil von 80% stellt das Nierenzellkarziom (NZK) die größte Untergruppe dar. Das fortgeschrittene NZK ist höchst letal, da es kaum auf herkömmliche Chemotherapeutika und Bestrahlungsstrategien anspricht. Das klarzellige Nierenzellkarzinom stellt mit ca. 75% die häufigste Untergruppe des NZKs dar und ist in erster Linie mit genetischen Läsionen des von Hippel-Lindau Gens (VHL) assoziiert. Ein Verlust der VHL-Funktion findet sich in 50-90% der NZK Fälle und ist entweder auf sporadische und erbliche Mutationen oder auf epigenetische Prozesse zurückzuführen. Laut aktuellem Stand der Forschung ist davon auszugehen, dass der Verlust von VHL und die damit verbundene Aktivierung der Transkriptionsfaktoren HIF1- und HIF2-alpha, einen Hauptmechanismen der Pathogenese des klarzelligen NZKs darstellen. Zu den Zielgenen dieser Transkriptionsfaktoren gehören u.a. die onkogenen Kinase Aurora A und ihr Interaktionspartner NEDD9. Unsere Vorarbeiten aus dem Labor von Erica Golemis zeigen, dass diese beiden Kandidaten eine wichtige Rolle in der Homöostase der Niere spielen. Zudem sind sie wichtige Regulatoren primärer Zilien. Das sind antennenartige Zellorganellen, die eine maßgebliche Rolle in der Pathogenese zystischer Nierenerkrankungen spielen, aber auch in Zusammenhang mit der Entstehung und Progression maligner Tumore gebracht werden.

amina.seeger-nukpezah@uk-koeln.de

 

Translational Research Unit – Infectious Diseases (TRU-ID)

Priv.-Doz. Dr. Dr. Jan Rybniker 

Die TRU-ID befindet sich im Herzen des UK-Köln Campus im Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC). In hochmodernen Laborräumen der Sicherheitsstufen 1 bis 3 beschäftigen wir uns mit viralen und bakteriellen Krankheitserregern sowie mit pathogenen Pilzen. Hierbei steht die translationale Forschung mit dem Ziel der besseren Patientenversorgung im Vordergrund. Die zentrale Lage unseres Labors ermöglicht die schnelle Verarbeitung von Patientenmaterial in zahlreichen bedside to bench Studien. Eine wichtige Einheit bildet das moderne BSL3 Labor in dem unter Unterdruckbedingungen neue Wirkstoffe gegen hochkontagiöse multi-resistente Tuberkulose Erreger und gegen andere resistente Bakterien entwickelt werden. Zudem beschäftigen wir uns hier mit grundlagenwissenschaftlichen Fragen der Wirts-Pathogen-Interaktion, ebenfalls mit dem langfristigen Ziel der klinischen Anwendung der Ergebnisse über host-directed therapy, neue Impfstoffe und Diagnostika. Die Unit wird von Priv.-Doz. Dr. Dr. Jan Rybniker geleitet.

jan.rybniker@uk-koeln.de