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Prof. Andreas Bechthold 

Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung und Evaluation von psychosozialen Interventionen bei Patienten mit schweren psychischen Störungen. Im Vordergrund stehen die Entwicklung von kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsstrategien für klinische Probleme von Patienten mit psychotischen Störungen oder von Patienten mit der Doppeldiagnose Psychose und Sucht. Diese neu entwickelten Strategien werden dann in der Regel in multizentrischen klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit im Vergleich zu einer Kontrollbedingung überprüft. Im Rahmen des Schwerpunktes psychosoziale Interventionen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe auch mit der Wirksamkeit von Alternativmodellen zur stationären akutpsychiatrischen Behandlung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Früherkennung von psychotischen und bipolaren Erkrankungen. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung von psychotherapeutischen und pharmakologischen Interventionen für Personen mit klinisch erhöhtem Risiko für diese Erkrankungen und der Überprüfung ihrer präventiven Wirkung.

Die Studien der Arbeitsgruppe werden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der National Alliance for Research in Schizophrenia And Depression (NARSAD) gefördert.

andreas.bechdolf(at)uk-koeln.de

 

Prof. Dr. Frank Jessen

Dementielle Erkrankungen beginnen bereits Jahre bis Jahrzehnte vor der ersten Symptomatik. Eine frühzeitige Detektion von Risikofaktoren und Vorstadien neurodegenerativer Erkrankungen nimmt insbesondere mit Hinblick auf die alternde Gesellschaft an Relevanz zu. Umso wichtiger ist es, die Entstehung und den Verlauf demenzieller Erkrankungen zu verstehen. Die häufigste Form von Demenz ist die Alzheimer-Demenz (Mayeux & Stern 2012). Ihr wird eine langsam fortschreitende Entwicklung zugeschrieben, die sich über mehrere Jahre bis Jahrzehnte vor der Diagnosestellung präsymptomatisch manifestiert (Jack et al. 2013, Vellas et al. 2011, Villemagne et al. 2013). Erste zerebrale neuropathologische Veränderungen, wie Amyloid-Ablagerungen als zentrales neuropathologisches Merkmal bei der Alzheimererkrankung oder das Vorkommen von extrazellulärem TAU, gehen der klinischen Manifestation einer Demenz um etwa 20 bis 30 Jahre voraus. Diese lassen sich bereits in einem präklinischen Stadium durch Untersuchungen des Liquors oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET) nachweisen (Jansen et al. 2015, TAU-PET).

Das Ziel der AG Klinische Demenzforschung ist insbesondere die Erforschung diverser Aspekte, die eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von demenziellen Erkrankungen spielen könnten. Dazu gehören unter anderem neben den zuvor erläuterten Biomarkerveränderungen, die Veränderung der kognitiven Leistung, des Lebensstils, somatische und psychiatrische Vorerkrankungen sowie neuroanatomische Veränderungen. Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte werden sowohl quer- als auch längsschnittliche Analysen durchgeführt, mit dem langfristigen Ziel, die Frühdiagnostik sowie Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten demenzieller Erkrankungen zu verbessern.

Die AG arbeitet in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gedächtnisstörungen (ZfG) der Uniklinik Köln.

frank.jessen(at)uk-koeln.de

To identify the genetic and epigenetic underpinnings of cognitive disorders, the laboratory of Molecular Neuropsychiatry uses state-of-the-art high-throughput genome technologies in human DNA and RNA samples which are obtained from our own biobank at the Department of Psychiatry or from our several national and international collaborative projects. Thus our research group has access to biomaterials of a sample comprising more than 7000 AD patients, 6000 control samples, and about 9000 mild cognitive impairment (MCI) patients. In addition, in the framework of an international European initiative called EADB, we have access to DNA samples from one of the worldwide largest collections of AD, controls and MCI cases. The genetic and epigenetic data available in these samples allow us to investigate influences of genetic and epigenetic factors in both a genome-wide- and hypothesis-based manner. To this end, score based approaches are applied to the simultaneous consideration of multiple chromosomal loci. We also perform bioinformatics analyses to investigate biological pathways involved in these diseases. Using part of this sample, our group identified a novel genome-wide significant AD susceptibility locus which contains the thyroid receptor interacting protein gene 4 (TRIP4). Our results implicate the thyroid hormone axis among the pathways involved in the susceptibility to AD.

In more recent times, our laboratory initiated a line of research focused on the investigation of genetics in AD progression and cognitive decline at prodromal stages of the disease, such as MCI. Patients with MCI are at increased risk of developing AD dementia. However, the MCI group is heterogeneous, and wide variation in the annual progression rate to AD dementia has been reported, with estimates ranging from 4 to 31%. Thus predicting which MCI cases will actually progress to AD dementia is an important challenge. Given the strong heritability in AD, it is expected that genetic risk factors for AD may also modulate pathophysiological pathways involved in progression of MCI to AD dementia. However, our initial investigations of MCI samples clearly showed that the majority of known genetic risk variants for AD do not predict MCI to dementia progression. Thus, our findings on disease progression in MCI clearly show that most of the genetics modulating progression to AD dementia is still waiting for being discovered.

Dr. Daniel Huys

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine empirisch basierte Therapieform, deren Entwicklung auf Erfahrungen aus intraoperativen Teststimulationen im Rahmen von hirnchirurgischen Eingriffen der 50er und 60er Jahre fußte. Die heutzutage implantierten Stimulationselektroden geben hochfrequent kurze elektrische Impulse ab und modulieren so neuronale Funktionskreise. Um postoperativ möglichst viele Modifikationen vornehmen zu können, beinhaltet die Elektrodenspitze 4 oder mehr Pole, die von außen individuell aktiviert werden können. Über Kabel werden die Elektroden mit dem meistens unter dem Schlüsselbein implantierten sogenannten Impulsgenerator verbunden.

Seit 1995 ist die THS zur Behandlung von Tremor und M. Parkinson in Deutschland zugelassen. Als experimenteller Ansatz wird die Wirksamkeit der THS für weitere neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel Epilepsie und Kopfschmerz erforscht. Ende der 1990er Jahre wurden auch erstmalig Patienten mit psychischen Erkrankungen mittels THS im Einzelversuch behandelt. Seitdem wird die tiefe Hirnstimulation für psychiatrische Indikationen weltweit in einigen wenigen Zentren erprobt. Die zahlenmäßig größten Erfahrungen liegen für Zwangsstörungen, schwere Depressionen und das Tourette-Syndrom vor.

Die THS für die Zwangsstörung ist in Europa seit 2011 zugelassen und kann als Behandlungsmöglichkeit angeboten werden. Derzeit können des Weiteren im Rahmen von zwei laufenden Studien Patienten/Patientinnen mit Tourette-Syndrom und langjähriger Opioid-Abhängigkeit mit der THS behandelt werden.

Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley

Ziel der Arbeitsgruppe ist, zur pathophysiologischen Aufklärung von psychiatrischen Erkrankungen mittels strukturell und funktionell hirnbildgebender Verfahren beizutragen. Diese Datensätze lassen sich dann prinzipiell mit anderen Informationen über die beteiligten Hirnregionen kombinieren, etwa zu zytoarchitektonischen Eigenschaften oder zur strukturellen Konnektivität.

Unter den untersuchten kognitiven Leistungen sind die sogenannten sozial kognitiven Leistungen besonders interessant. Unter sozialer Kognition wird zum einen die Fähigkeit zur Selbst-Fremd-Differenzierung verstanden, also die Fähigkeit, zwischen den eigenen mentalen Phänomenen und denen anderer Personen zu unterscheiden (zum Beispiel Perspektivwechsel im Raum, Agentenschaft). Zum anderen fällt darunter die Fähigkeit des Selbst-Fremd-Austauschs, also die Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen und sich vorzustellen, was andere Personen denken oder fühlen (zum Beispiel Theory of Mind, soziale Interaktion).

Derartige Untersuchungen werden in verschiedenen Projekten bei unterschiedlichen diagnostischen Gruppen aus dem Bereich der Psychiatrie im Vergleich zu Kontrollpersonen durchgeführt, um die krankheitsrelevanten Veränderungen verlässlich identifizieren zu können. Aus dem Spektrum psychiatrischer Erkrankungen stellen Schizophrenie und ihre Frühformen und Autismus die Forschungsschwerpunkte dar.

Diese Untersuchungen werden auch wissenschaftstheoretisch betrachtet, wobei hier sowohl die Beziehungen zwischen kognitiven Leistungen und Hirnprozessen als auch die Übergänge von kognitiven Leistungen und deren Hirnprozessen in Gesundheit und in psychiatrisch relevanten Krankheitssituationen bearbeitet werden.
Eine Reihe von Forschungsarbeiten werden in Kooperationsprojekten mit Wissenschaftlern aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Philosophie aus verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland durchgeführt. Eine langjährige und intensive Kooperation über Einzelprojekte hinaus besteht zum Forschungszentrum Jülich, Institut für Neurowissenschaften und Medizin - Kognitive Neurologie.

kai.vogeley(at)uk-koeln.de

Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley 

Spezialambulanz Autismus im Erwachsenenalter

Seit 2005 besteht an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln eine Autismus-Sprechstunde für Erwachsene. Dieses Angebot wendet sich an erwachsene Personen, bei denen der Verdacht auf eine Störung im Bereich des Autismus-Spektrums besteht. Die Sprechstunde dient der Diagnosestellung und der Beratung.

Daneben besteht auch wissenschaftliches Interesse, das im Rahmen von Forschungsprojekten der Arbeitsgruppe Bildgebung verfolgt wird. Die MitarbeiterInnen der Autismus-Sprechstunde für Erwachsene stehen in engem Kontakt und kooperieren mit anderen auf Autismus spezialisierten Einrichtungen.

kai.vogeley(at)uk-koeln.de

PD Dr. Stephan Ruhrmann 

Die untersuchten Themenfelder umfassen:

  • Kognitive Defizite bei Psychosen
  • Sensorische Informationsverarbeitung
  • Funktionelle Architektur des Arbeitsgedächtnisses
  • Translationale Pharmako-Neurodynamik

stephan.ruhrmann(at)uk-koeln.de

 

Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley

Um Störungen der seelischen Gesundheit und ihre möglichen Folgen erfolgreich beherrschen zu können, ist eine möglichst frühe Erkennung und Behandlung wichtig. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Ziel, bereits ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer psychischen Störung zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln und anzubieten, um eine solche Störung verhindern (Prävention) oder doch zumindest den Verlauf günstig beeinflussen zu können. Dies gilt in besonderem Maße für die Psychosen, für die eine solche Früherkennung von Risikoanzeichen und Symptomen einer beginnenden Störung inzwischen in entsprechend spezialisierten Zentren gezielt möglich ist. Unser 1997 gegründeten Früherkennungs- und Therapiezentrum (FETZ) zählt zu den international führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet.

kai.vogeley(at)uk-koeln.de