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Zentrum für Stoffwechselforschung

Bund und Länder investieren gemeinsam in den Neubau für den Life Science Campus Köln

Universität zu Köln erhält 46 Millionen Euro für ein Zentrum für Stoffwechselforschung

3D-Visualisierung: Marius Ebel (topperdillon.tumblr.com)

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) fördert den Bau eines neuen Zentrums für Stoffwechselforschung (ZfS) an der Universität zu Köln in Höhe von 46,6 Millionen Euro. Im neuen Forschungsbau werden etwa 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in neun Arbeitsgruppen aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät zusammenarbeiten.

Der rund 7.240 m² umfassende Neubau wird auf dem jetzigen Grundstück der Experimentellen Medizin entstehen. Der Baubeginn ist für 2019 und die Inbetriebnahme des Gebäudes für 2023 vorgesehen. Die Förderzusage gilt als ein Meilenstein für den weiteren Ausbau der Stoffwechselmedizin auf dem Kölner Life Science Campus. Professor Dr. Dr. Thomas Krieg, Dekan der Medizinischen Fakultät an der Universität zu Köln, sagt: „Dass es uns gelungen ist, den Neubau für ein einzigartiges, interdisziplinäres Forschungsgebäude sicherzustellen, ist ein großer Schritt für die Universität zu Köln als Forschungsstandort: Es freut mich besonders, dass wir damit auf unsere erfolgreiche Arbeit im Forschungsschwerpunkt „Homöostatische Prinzipien im Stoffwechsel und in der Geweberegeneration“ aufsetzen können, der ja ein wesentlicher Teil des Kernprofilbereichs „Altersassoziierte Erkrankungen“ der Universität ausmacht. Wir wollen grundlegende Stoffwechselprozesse identifizieren, um neue Therapien für Stoffwechsel-assoziierte Erkrankungen voranzutreiben. Die Förderung zielt darauf, unter Nutzung aller Synergiepotenziale Antworten auf ein breites Spektrum von häufigen und für die Gesellschaft sehr relevanten Erkrankungen zu finden, für die wir dringend neue Behandlungswege benötigen.“

Mit dem Zentrum für Stoffwechselforschung und dem parallel geplanten Ausbau des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung sowie der Interaktion mit dem Exzellenzcluster für altersassoziierte Erkrankungen CECAD, dem Zentrum für Molekulare Medizin, dem Kölner Zentrum für Genomik und dem Zentrum für Klinische Studien will sich Köln zu einem international führenden Standort in der Stoffwechselforschung entwickeln. Adipositas betrifft derzeit ca. 30% aller Menschen in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert ab dem Jahr 2030 eine Abnahme der durchschnittlichen Lebenserwartung als Folge von Adipositas und Übergewicht. Diese Erkrankungen ziehen Folgeerkrankungen wie etwa Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Zuckerkrankheit Typ 2, Krebs sowie verschiedener orthopädische und psychische Leiden nach sich. Etwa fünf Prozent aller Gesundheitsausgaben in den Industrieländern sind auf Adipositas zurückzuführen, in Deutschland etwa 30 Milliarden Euro jährlich. Das Zentrum für Stoffwechselforschung soll als Katalysator fungieren, um neue Stoffwechselregulationsprinzipien als Biomarker bzw. als Ansatzpunkt für Therapien eines breiten Krankheitsspektrums zu identifizieren.

Ein wesentlicher Initiator des Projekts ist der Arzt und Wissenschaftler Professor Dr. Jens Brüning (Endokrinologe): „Ich bin froh, dass wir uns zukünftig noch intensiver wissenschaftlichen Fragen zu Stoffwechselerkrankungen widmen können. Köln ist mit seinen interdisziplinären und übergreifenden Forschungsaktivitäten und der Anbindung an die Spitzenmedizin der Uniklinik ein idealer Standort: Mit dem neuen Zentrum haben wir die Chance, ausgewiesene Translationsprozesse zu nutzen, damit Erkenntnisse schnell beim Patienten ankommen.“

Der Querschnittsbereich „Identifizierung neuer Metabolite als Biomarker und Pathomechanismen metabolischer Erkrankungen“ liefert unter anderem durch modernste Verfahren der Massenspektrometrie und anschließender bioinformatischer Auswertung der gewonnenen Hochdurchsatzdaten die Grundlage für die Entschlüsselung neuer Mechanismen, die in den Forschungsbereichen „Zentralnervöse Regulation des Stoffwechsels“, „Molekulare Mechanismen der Insulinresistenz peripherer Organe“ und „Pathophysiologie von Metabolismus-assoziierten Folgeerkrankungen“ im Detail untersucht werden.

Bund und Länder fördern als Gemeinschaftsaufgabe nach Art. 91b Abs. 1 GG die Realisierung von großen Forschungsinvestitionsvorhaben an Hochschulen, die sich durch exzellente wissenschaftliche Qualität und nationale Bedeutung auszeichnen. Der Bund stellt für die hälftige Finanzierung der Errichtung von Forschungsbauten einschließlich Großgeräten jährlich 298 Millionen Euro bereit. Das jeweilige Sitzland der geförderten Hochschule trägt die Hälfte der Investition. Für die aktuelle Förderphase ab 2019 hatte die GWK Ende Juni 2018 insgesamt 15 Projekte an deutschen Hochschulen ausgewählt.

Pressemeldung der Universität zu Köln vom 6.7.2018 

Redaktion: Frieda Berg +49 221 470-1704

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Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker MBA