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Großer Schritt mit kleineren Röhrchen

Umstellung von 3 ml auf 1,8 ml Citratröhrchen

(v.l.) Prof. Dr. Andrea Steinbicker und Prof. Dr. Thomas Streicher zeigen die neuen Röhrchen, Foto: Christian Wittke

Eine vermeintlich kleine Änderung im Klinikalltag mit großer Wirkung für die Patient*innensicherheit und die Stärkung der körpereigenen Reserven: Am 7. Juli 2026 stellt die Uniklinik Köln die herkömmlichen 3 Milliliter Citratröhrchen auf eine kleinere Variante mit einem Füllungsvolumen von 1,8 Millilitern um. Prof. Dr. Thomas Streichert, Direktor des Instituts für Klinische Chemie, und Univ.-Prof. Dr. Andrea Steinbicker, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin sowie Leiterin des Patienten-Blutmanagements (PBM) an der Uniklinik Köln, begleiten diese Maßnahme mit großer Begeisterung. „Eine auf den ersten Blick unscheinbare Nachricht, die uns ganz besonders freut“, betont Thomas Streichert. Andrea Steinbicker unterstreicht den medizinischen Nutzen der Umstellung und ergänzt: „Das ist ganz im Sinne des Blutsparens. Denn einzelne Milliliter tragen zu Litern bei.“

Hinter der Anpassung steht das Konzept des Patient Blood Managements, welches das Ziel verfolgt, die körpereigenen Blutreserven der Patient*innen zu stärken und so die Sicherheit bei Behandlungen aktiv zu erhöhen. Die Uniklinik Köln ist bereits seit Juni 2025 Teil des entsprechenden Netzwerkes und in der Stufe Silber zertifiziert. Die Reduktion der Blutabnahmemenge ist dabei kein Zufall, sondern eine explizit im Kriterienkatalog geforderte Maßnahme, die dort unter dem Begriff „Reduktion des diagnostischen Blutverlustes“ zu den interdisziplinären, blutverlustminimierenden Maßnahmen zählt. Gerade vor operativen Eingriffen stellt diese verringerte Abnahme sicher, dass Betroffene über ausreichend eigene Reserven verfügen, um eventuelle Verluste selbstständig auszugleichen, wodurch als Folge weniger Fremdblutkonserven benötigt werden. 

Auf das gesamte Jahr hochgerechnet ist der Effekt immens, da die jährliche Einsparung auf über 300 Liter Blut geschätzt wird. Für die Teams aus pflegerischen und ärztlichen Mitarbeitenden auf den Stationen ändert sich durch die Umstellung glücklicherweise nichts an den Abläufen, denn die Blutabnahme funktioniert wie gehabt – lediglich die bereitgehaltenen Röhrchen sind künftig zwar optisch etwas größer, die abgenommene und darin aufgefangene Blutmenge verringert sich jedoch.