Zuvor hatte die Philosophin und Ärztin eine Professur für Philosophie der Medizin und der Technik an der Fernuniversität in Hagen inne und leitete dort zudem eine Emmy Noether-Forschungsgruppe zum Phänomen der Interaktion in neuen Mensch-Maschine-Interaktionen, gefördert im Fachbereich Philosophie der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
„Wir freuen uns, mit Frau Professorin Friedrich eine Expertin gewonnen zu haben, die dieses wichtige Fach in Forschung und Lehre mit neuen Impulsen vertritt. Gerade in einer von rasantem technischen Fortschritt, demografischen und politischen Krisen sowie schwindenden Ressourcen geprägten Zeit, die neue ethische Fragen aufwirft, halte ich die Auseinandersetzung mit Geschichte und Ethik in der Medizin für essenziell“, so Univ.-Prof. Dr. Gereon R. Fink, Dekan der Medizinischen Fakultät.
„Mir erscheint es zentral, medizinethische und medizinhistorische Forschung und Lehre gezielt dort zu stärken, wo sich medizinischer Fortschritt, technologische Transformation und gesellschaftliche Herausforderungen in besonderer Weise verschränken. Vor diesem Hintergrund möchte ich insbesondere die fortschreitende Technisierung der Medizin – allen voran den Einsatz Künstlicher Intelligenz, aktuelle Entwicklungen in Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sowie in den Neurowissenschaften sowie Fragen der Gerechtigkeit und Teilhabe in unterschiedlichen medizinischen Handlungsfeldern in den Mittelpunkt rücken. Dabei freue ich mich auf vielfältige interdisziplinäre Kooperationen an der Universität zu Köln“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Dr. Orsolya Friedrich.
In ihrer Forschung beschäftigt sich Professorin Friedrich – neben ihren allgemeinen Forschungsschwerpunkten im Bereich der Neuro- und Medizinethik sowie in Philosophie der Medizin – mit Themen der künstlichen Intelligenz, Digitalisierung, Mensch-Maschine-Interaktionen und Neurotechnologien, wo sie neben der Emmy Noether Forschungsgruppe an weiteren internationalen, interdisziplinären Verbundprojekten beteiligt ist. In ihrer Lehre verfolgt sie das Ziel, den jeweiligen disziplinären Blick um philosophische, ethische, wissenschaftstheoretische, historische, soziale und kulturelle Perspektiven zu erweitern, um so neue Sichtweisen auf den Menschen sowie seine (medizinische) Lebenswelt zu ermöglichen. Als Dozentin und Mentorin setzt sie sich für Chancen- sowie Gendergerechtigkeit und Förderung von Vielfalt ein.
Ihre Habilitation im Fachgebiet Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin erlangte sie 2020 an der LMU München mit einer Arbeit zum Thema „Autonomie – Neurotechnologien: Philosophisch-ethische Untersuchungen eines komplexen Verhältnisses.“ Seit 2018 ist Professorin Friedrich Mitglied der Bayerischen Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik und seit 2023 Mitglied der Zentralen Ethik-Kommission für Stammzellenforschung.
Nach der Approbation als Ärztin im Jahr 2004 promovierte Orsolya Friedrich 2008 in Medizin und schloss 2010 ihre Promotion in Philosophie ab, für die sie ein Promotionsstipendium am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften in Tübingen (DFG) erhalten hatte. Danach forschte und lehrte sie in den Fachbereichen Medizinethik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (2008 bis 2019) und am Forschungszentrum Jülich im Bereich Ethik in den Neurowissenschaften (2009 bis 2011). Seit 2019 hatte sie eine Juniorprofessur für Medizinethik und seit 2022 eine Professur für Philosophie der Medizin und der Technik an der Fernuniversität in Hagen inne.
Professorin Friedrich ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.
Kontakt:
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Prof. Dr. med. Dr. phil. Orsolya Friedrich
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