vergrößern: Das neue Prosektur-Gebäude von der Gleueler Straße aus gesehen.
Foto: MedizinFotoKöln
Der hochkomplexe Neubau auf dem Lerncampus der Universitätsmedizin steht an der Gleueler Straße im Stadtteil Lindenthal. Das fünfgeschossige, barrierefreie Gebäude wird Dank seiner modernen Lüftungstechnik in Verbindung mit Kühldeckensystemen den ganzjährigen Präparierbetrieb in Lehre und Forschung ermöglichen und ersetzt die veralteten Facilities aus den 1960er Jahren. Hochmoderne Flächen für den Lehrbetrieb beinhalten zwei Präparationssäle mit je 15 Präparationstischen und drei Einzelarbeitsräume zum ganzjährigen Präparationsbetrieb, einen Histologiesaal mit 154 Mikroskopierplätzen und sechs Lüftungszentralen sowie Büros und Hörsäle. Der Lehrbetrieb wird im Sommersemester 2026 in der neuen Prosektur starten.
Parallel werden Forschungsflächen für die Experimentelle Medizin eingerichtet.
Eröffnung der Prosektur mit Ministerin Ina Brandes am 8.9.2025
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Prof. Dr. Martin Scaal, Direktor des Zentrum Anatomie, Univ.-Prof. Dr. Gereon Fink, Dekan der Medizinischen Fakultät, Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln sowie Univ.-Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln, haben am 8.9. gemeinsam mit Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Prosektur an der Gleueler Straße in Köln-Lindenthal eingeweiht.
Alle Bilder, sofern nicht anders ausgewiesen: Christian Wittke, MedizinFotoKöln
Vor dem Gebäude der Prosektur.
Ministerin Ina Brandes spricht zur Eröffnung der neuen Prosektur der Universität zu Köln.
Rektor Univ.-Prof. Dr. Joybrato Mukherjee bedankte sich bei Ministerin Brandes und dem Land fü die großzügige Unterstützung des Lehrgebäudes.
Dekan Univ.-Prof. Dr. Gereon R. Fink hob die Bedeutung der neuen Prosektur für Forschung und Lehre hervor.
Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln im Histologiesaal der Prosektur machte deutlich: ohne exzellente Aus- und Fortbildung keine gute Krankenversorgung.
Blick in den Histologiesaal der neuen Prosektur während der Veranstaltung. Rund 100 geladene Gäste waren anwesend.
Univ.-Prof. Dr. Martin Scaal, Zentrumsleitung der Anatomie, erklärt die Spezifika zum neuen Gebäude.
Ministerin Brandes mit Univ.-Prof. Dr. Martin Scaal und Dekan Univ.-Prof. Dr. Gereon R. Fink im Gepräch.
Blick in das Untergeschoss der Prosektur während der Führung mit Ministerin Brandes.
Ministerin Brandes mit Univ.-Prof. Dr. Martin Scaal und Dekan Univ.-Prof. Dr. Gereon R. Fink im Gepräch.
Der Ärztliche Direktor, Prof. Schömig, Prof. Scaal. Dekan Prof. Fink mit Ministerin Brandes im Gespräch.
Enthüllung der Gedenktafel für Körperspendende mit Studierenden, Ministerin Brandes (vorn links) und Dekan Prof. Fink. Foto: Ludolf Dahmen, Uni Köln
Ministerin Ina Brandes mit Dekan Univ.-Prof. Dr. Gereon R. Fink vor der Gedenktafel.
Architelt*innen und Planer*innen: Das Team von Medfacilities und Kirschner AG im Treppenhaus der neuen Prosektur. Ganz vorn sitzend: Prof. Peter Heinen, Leitung Medfacilities mit Thomas Brack, Projektkoordinator.
Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Univ.-Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln, Univ.-Prof. Dr. Gereon Fink, Dekan der Medizinischen Fakultät sowie Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln und Univ.-Prof. Dr. Martin Scaal, Direktor des Zentrum Anatomie, haben am 8.9.2025 die Prosektur an der Gleueler Straße in Köln-Lindenthal eingeweiht.
Institut I: Molekulare Zellbiologie I Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Andreas Wodarz Institut II: Translationale molekulare Neurowissenschaften I Univ.-Prof. Dr. med. Johannes Vogt Institut III: Anatomie und Entwicklungsbiologie I Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Martin Scaal Institut IV: Anatomie und Neuronale Zellbiologie I Univ.-Prof. Dr. Irina Dudanova
Das Zentrum Anatomie ist Teil des Departmens Vorklinische Medizin der Medizinischen Fakultät.
Wissenswertes zur neuen Prosektur
Besonderheiten & Alleinstellungsmerkmale
Der Präpariersaal der neuen Prosektur wurde auf der Grundlage von neuen Forschungsergebnissen einer Studie des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung konzipiert und erbaut. Das bedeutet konkret, dass die neugewonnen Erkenntnisse zur Belastung durch Formaldehyddämpfe im Kontext präparatorischer Arbeiten im anatomischen und medizinischen Kontext in die Umsetzung einer hochmodernen Belüftungsanlage eingeflossen sind, welche die ganzjährige (Präparations-)arbeit an Formaldehyd-fixierten Körperspender*innen ermöglicht.
Bisher musste die Arbeit an Körperspender*innen an der Medizinischen Fakultät auf die Wintermonate beschränkt werden, da die im Sommer teils stark erhöhten Temperaturen im Präpariersaal zu deutlich erhöhter Formaldehydbelastung für Studierende, Lehrpersonal und Forschende geführt hätte (Formaldehyd dampft bei hohen Temperaturen deutlich stärker aus dem Gewebe ab als bei Kälte). Die Unterrichtung der Studierenden in der neuen Prosektur wird im Sommersemster 2026 starten.
Etwa 230 Studierende aus der Human- und Zahnmedizin sowie den Neurowissenschaften belegen jedes Semester den Kursus der Makroskopischen Anatomie (Präparierkurs) und den Kursus der Mikroskopischen Anatomie (Histologiekurs). Außerdem finden bis zu 10 Kurse zur klinischen Weiterbildung pro Jahr statt. Dazu gehören Kurse der Orthopädie und Unfallchirurgie, der HNO und der Zahnklinik sowie der Kinderchirurgie, der Neurochirurgie und einigen anderen.
Alle Unterrichtsräume des Neubaus einschließlich des neuen Präpariersaals sind vollklimatisiert, sodass zukünftig ein regelmäßiger, ganzjährig semestriger Anatomieunterricht möglich ist. Das umfasst insbesondere die Abhaltung des Präparierkurses auch im Sommersemester, was bisher aufgrund der bereits beschriebenen „Formaldehyd-Problematik“ nicht möglich war. Die Klimatisierung sowie die hochmoderne, leistungsfähige Lüftungstechnik im Präpariersaal ermöglicht es Studierenden und Dozierenden gleichermaßen, auch bei hohen Außentemperaturen die Arbeit mit Formaldehyd-fixierten anatomischen Präparaten durchzuführen, ohne gesundheitliche Beeinträchtigung durch Formaldehydexposition zu riskieren.
Das führt zu einer Verbesserung der Lehre durch die planerische Verbesserung der Curriciulumsgestaltung: Bisher wurde der Präparierkurs für zwei Semesterkohorten im Wintersemester und der Histologiekurs für zwei Semesterkohorten im Sommersemester abgehalten. Zukünftig kann das ganze Jahr lang durchrotiert werden.
Forschung
Klinisch-anatomische Forschung ist in der neuen Prosektur unter optimalen Schutzbedingungen möglich. Aufgrund der umfangreichen Ausstattung zur Vorhaltung von unfixierten Körperspender*innen (über hochmoderne Kühl- und Gefrierzellen) kann sowohl Arbeit an unfixierten als auch an Formaldehyd-fixierten Körpern durchgeführt werden.
Die Apparaturen der biomechanischen Forschung werden in einem gesonderten Arbeitsraum Platz finden.
Lagerung und Plastination
Die neue Prosektur umfasst unter anderem einen neuen Lagerraum, in welchem käuflich erworbene Plastinate und Sammlungsobjekte, welche bereits im Besitz der Anatomie der Medizinischen Fakultät sind, aufbewahrt werden können. Plastinate sind anhand der Plastination für den dauerhaften Erhalt präservierte anatomische Präparate, welche vorrangig für die Lehre eingesetzt werden.
Des Weiteren wird ein Plastinationsraum samt Plastinationsanlage eingerichtet, welcher es der Anatomie ermöglichen wird, selbst Plastinate aus den rund 90 Körperspende-Zugängen im Jahr herzustellen. Diese werden dann unter anderem für Lehr- und Prüfungszwecke eingesetzt werden.
Sammlungsobjekte
Die Kölner Anatomie ist im Besitz vieler, zum Teil sehr wertvoller Sammlungsobjekte, die in den vergangenen Jahrzehnten mit verschiedensten Techniken hergestellt worden sind. Ein Großteil der Präparate stammt aus den 1960er bis 1980er Jahren und wurde von Günter Hancke, einem Präparator, der von 1962 bis 1990 an der Kölner Anatomie arbeitete, in minutiöser Feinstarbeit hergestellt.
Neben menschlichen Feucht- und Trockenpräparaten umfasst die Sammlung wertvolle Tierpräparate, darunter wahre Raritäten, wie beispielsweise ein Brückenechsenpräparat und einen Schnabeligel. Ein Ausstellungsraum ermöglicht die adäquate Präsentation der Sammlungsobjekte und wird auf Anfrage auch einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Ausstattung auf einen Blick
Technische Räume und Büros der Prosektur
2 Präpariersäle
Histosaal
Anatomie - 2 Seminarräume
Anatomie - 3 Präparierräume für Kleingruppenunterricht/Forschung
Unfallchirurgie und andere Klinische AGs - Feuchtstudienraum