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GVG verleiht Wissenschaftspreis für soziale Sicherung 2020

(Pressemitteilung 4/20)

Arbeiten zur Anerkennung von Berufskrankheiten und zur Ungleichheitsforschung ausgezeichnet.

Dr. Anna-Lena Hallo; © privat

Dr. Timo Kolja Pförtner; © privat

Berlin, 08. April 2020

Mit Dr. Anna-Lena Hallo und Dr. Timo-Kolja Pförtner hat der Wissenschaftliche Beirat der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG) gleich zwei Nachwuchswissenschaftlern den GVG-Wissenschaftspreis für soziale Sicherung 2020 verliehen. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des öffentlichen Teils der GVG-Mitgliederversammlung am 26. November 2020 statt.

Dr. Anna-Lena Hallo erhält die Auszeichnung für ihre rechtswissenschaftliche Dissertation „Das Verfahren zur Anerkennung von Berufskrankheiten". Dr. habil. Timo-Kolja Pförtner wird für seine Habilitationsschrift

„Der Lebensstandard als ergänzendes Messinstrument zur Erfassung von relativer Armut und sozialer Ungleichheit in der gesundheitlichen Ungleichheitsforschung" ausgezeichnet.

Mit dem in diesem Jahr erstmals verliehenen GVG-Wissenschaftspreis werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an deutschen Hochschulen für herausragende Dissertationen und Habilitationen in den Bereichen der Sozialpolitik- und Gesundheitsforschung ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert. Er soll zukünftig alle zwei Jahre vergeben werden.

Die Jury setzte sich aus den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirates der GVG sowie der Vorsitzenden des Evaluationsbeirats des Kooperationsverbunds gesundheitsziele.de, Frau Prof. Dr. Ulrike Maschewsky-Schneider, zusammen. Sie konnte aus einer Vielzahl sehr guter Bewerbungen aus verschiedenen Disziplinen auswählen. Neben der wissenschaftlichen Qualität der Arbeiten war dabei insbesondere auch deren praktische Relevanz für die Gestaltung der sozialen Sicherung in Deutschland und Europa entscheidend.

 

 

Die Preisträger im Porträt

 

Dr. iur. Anna-Lena Hallo

Anna-Lena Hallo studierte von 2009 bis 2015 Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt im Arbeits- und Sozialrecht an der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover. Nach ihrem ersten juristischen Examen war sie von 2015 bis 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Sozialrecht an der Universität Hannover. Seit September 2019 ist Hallo juristisches Mitglied in der Ethikkommission zur Beurteilung medizinischer Forschung am Menschen der Ärztekammer Niedersachsen.

Mit ihrer 2018 veröffentlichten Dissertationsschrift hat Frau Hallo eine umfassende Monographie zum deutschen Berufskrankheitenrecht vorgelegt. Das Werk systematisiert das bisherige Recht, erläutert es und unterzieht es einer rechtlichen und sozialpolitischen Prüfung. Dabei wird zwischen dem abstrakten und dem konkreten Anerkennungsverfahren unterschieden. Das Werk greift die Standpunkte und Sichtweisen der unterschiedlichen Verfahrensbeteiligten sowie der Sozialpartner auf und berücksichtigt deren mitunter widerstreitenden Interessen. Zu Streitfragen werden detaillierte Reformvorschläge sowohl auf rechtlicher als auch auf tatsächlicher Ebene gemacht.

 

Dr. habil. Timo-Kolja Pförtner

Timo-Kolja Pförtner studierte von 2002 bis 2008 Sozialwissenschaften an der Universität Köln. Im Anschluss promovierte er zwischen 2008 und2011 als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Graduiertenkollegs

„Sozialordnungen und Lebenschancen im internationalen Vergleich" an der Universität Köln zum Thema „Armut und Gesundheit in Europa". Seit Oktober 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Humanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität Köln.

Seine im Oktober 2019 abgeschlossene Habilitation widmet sich dem Lebensstandardansatz als ergänzendem Messinstrument von relativer Armut und sozialer Ungleichheit in der gesundheitlichen Ungleichheitsforschung. Die Forschung berührt unter anderem die Wissenschaftsdisziplinen von Public Health, Sozialepidemiologie, Sozialmedizin und Medizinsoziologie. Die Arbeit diskutiert Theorien und Modelle relativer Armut und empirische Befunde zu ihren Implikationen für die gesundheitliche Ungleichheitsforschung. Darauf aufbauend stellt sie den Lebensstandardansatz als ergänzendes Konzept vor und verdeutlicht dessen Stellenwert auf Basis von theoretischen und empirischen Analysen.

 


 

 

Quelle: Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG)