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AG Sex, Gender and Diversity in Medical Research

Sex und Gender sowie Diversity-Aspekte in der Medizin rücken zunehmend in den Fokus von Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen. Hier einige Beispiele:

Sex und Gender:

  • neunmal häufigeres Auftreten von Adenokarzinome der Speiseröhre bei Männern als bei Frauen, obwohl der zu Grunde liegende Hauptrisikofaktor bei Männern nur doppelt so häufig ist (Xie & Lagergren 2016)
  • deutlich häufigeres Vorliegen spezifischer somatischer KRAS-Mutationen (G12C) bei Dickdarmkrebs bei Frauen (Rojas-Rivera et al. 2021)
  • ein doppelt so hohes Risiko bei Männern, an Morbus Parkinson zu erkranken, jedoch höhere Sterblichkeitsrate und schnelleres Fortschreiten der Krankheit bei Frauen (Cerri et al. 2019)

Diversity: 

  • Ungleichheiten in den Behandlungsverläufen und -ergebnissen für bestimmte Gruppen aufgrund fehlender Berücksichtigung von Diversität in der Medizin (Dennis et al. 2019), z. B. ausschließliche Bezugnahme auf weiße Haut in der Dermatologie (Mukwende et al. 2020; Gregersen & Elsner 2021)
  • überproportionale Sterblichkeit von People of Color (PoC) in der Pandemie (Eboni et al. 2020; Webb Hooper et al. 2020; Devakumar et al 2020; Bhala et al. 2020)
  • gesteigertes Risiko für diskriminierungsbedingte psychische Auffälligkeiten, z. B. psychotische Episoden (Kluge et al. 2020) oder PTBS (Williams et al. 2021)

Obwohl weitgehend unbekannt, ist auch unsere Fakultät auf diesem Gebiet aktiv. So fand 2020 das erste Treffen der Cologne Group of Gender-specific Oncobiology (CGGO) statt. Die Abteilung Medizinische Psychologie hat die erweiterte Affiliation Medizinische Psychologie | Neuropsychologie und Gender Studies, der unter anderem das Geschlecht als Prädiktor des kognitiven Abbaus bei Patient*innen mit neurodegenerativen Erkrankungen untersucht.

Angesichts dieser Entwicklungen haben wir nun die AG Sex, Gender and Diversity in Medical Research an unserer Fakultät eingerichtet.

Aktuell definierte Ziele der AG sind

  • einen Überblick über die medizinische Forschung unter Einbeziehung von Geschlechts-, Gender- und Diversitäts-Aspekten zu erhalten und diesen der Fakultät und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
  • die Sensibilität für geschlechts-, Gender- und Diversitäts-spezifische Phänomene sowie für Diversität in der Medizin zu erhöhen.
  • perspektivisch die Zusammenarbeit der Wissenschaftler*innen auf dem Campus zu fördern, gemeinsame Drittmittel zu akquirieren - und letztlich einen Beitrag zum Wissen auf diesem Gebiet zu leisten, das die Präzisionsmedizin in Zukunft bereichern wird.
  • Studierenden einen Überblick über mögliche Ansprechpersonen für Promotions- oder andere wissenschaftliche Arbeiten zu geben.

Sprecherin und Sprecher der AG

Prof. Dr. Elke Kalbe
Abteilung für Medizinische Psychologie | Neuropsychologie und Gender Studies Prodekanin für Akademische Entwicklung und Gender

Prof. Dr. Alexander Quaas
Cologne Group of Gender-specific Oncobiology (CGGO) Stellvertretender Institutsdirektor der Pathologie vom Universitätsklinikum Köln
Leiter der Abteilung: Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Untergruppen

Im Rahmen des ersten Treffens im September 2021 haben sich bislang drei Untergruppen gebildet:

Falls Sie in einer AG mitwirken möchten, können Sie sich gerne bei der jeweiligen AG-Leitung melden.

Das nächste Treffen aller Beteiligten und Interessierten findet im Febrauar 2022 statt. Der genaue Termin wird hier veröffentlicht. Bei Teilnahmeinteresse oder weiteren Rückfragen, Kommentaren und Anregungen stehen wir Ihnen gern unter DEK-AkadEntw-GenderSpamProtectionuk-koeln.de zur Verfügung.

Mitwirkende

Hier finden Sie Steckbriefe von einigen Mitwirkenden, die zum Teil auch für die Betreuung von Promotionsarbeiten zur Verfügung stehen:

Wir freuen uns sehr über weitere Interessierte für unsere "Steckbriefsammlung". Die Steckbrief-Vorlage finden Sie rechts oben auf der Website zum Download. Den ausgefüllten Steckbrief sowie ein Profilbild können Sie an Kübra Yilmaz (kuebra.yilmaz@uk-koeln.de) senden.