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Progressionstest

Der Progress Test Medizin (PTM) ist ein an der Berliner Charité konzipierter Wissenstest für Studierende der Humanmedizin. Er besteht aus 200 interdisziplinären MC-Fragen und soll den Studierenden ein objektives Feedback über ihren persönlichen Wissenszuwachs liefern. Der Test umfasst Inhalte aus vorklinischen und klinischen Fächern. Da die Fragen auf Absolventenniveau gestellt sind, können diese theoretisch erst dann von den Studierenden vollständig richtig beantwortet werden, wenn das Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen wurde, d.h. je weiter das Medizinstudium fortgeschritten ist, desto mehr Fragen können im Laufe des Studiums von den Studierenden korrekt beantwortet werden. Die Testergebnisse und insbesondere der Wissenszuwachs pro Semester haben sich als geeignete Kriterien erwiesen, den Studienerfolg hinsichtlich der Staatsexamensergebnisse M1 und M2 zu prognostizieren. Das Studiendekanat empfiehlt daher, die Gelegenheit zu nutzen, den PTM ernsthaft zu bearbeiten und sich selbst zu testen.

Der PTM muss nicht bestanden werden, allerdings ist im Kölner Modellstudiengang die Teilnahme verpflichtend. Im ersten Studienabschnitt (Vorklinik) muss der Test mindestens dreimal und im zweiten Abschnitt (Klinik) mindestens fünfmal absolviert werden. Alle Studierenden des Modellstudiengangs Köln, egal ob 1. oder 10. Semester, bearbeiten denselben Test. Die Bearbeitungszeit beträgt 3 Stunden. Beim PTM besteht die Besonderheit darin, dass für jede richtige Antwort ein Punkt vergeben und für jede falsche Antwort ein Punkt abgezogen wird, dadurch soll das Raten vermieden werden. Wenn eine Frage nicht beantwortet werden kann, soll die Weiß-Nicht-Option gewählt werden, da für diese Option keine Punkte gutgeschrieben oder abgezogen werden.

Seit dem Wintersemester 2009/10 wird in Köln der PTM mit Hilfe der E-Learning-Plattform ILIAS computerbasiert durchgeführt. Die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln war der erste Standort, der den deutschsprachigen PTM computerbasiert realisiert hat. Durch die Umstellung von einer papierbasierten auf eine computerbasierten Variante des PTM konnte den Studierenden ein direktes Feedback über ihr Testergebnis ermöglicht werden, was bei einer konventionellen papierbasierten Variante des PTM aufgrund der Korrekturzeit nicht so schnell möglich ist. Zudem können die Studierenden bei der computerbasierten Variante unmittelbar nach dem Test ihre eigenen Antworten mit den richtigen Antworten vergleichen, so dass auch ein Lerneffekt eintreten kann. Am Ende des jeweiligen Semesters erhalten die Studierenden außerdem eine persönliche Auswertung ihres Testergebnisses über ILIAS zur Verfügung gestellt. Die Rückmeldung umfasst beispielsweise in welchen Bereichen ihre Stärken und Schwächen liegen. Des Weiteren können die Studierenden anhand dieser Auswertung nachvollziehen, wie sie im Vergleich zu ihrer Semesterkohorte abgeschnitten haben und wie sich ihr persönlicher Wissenszuwachs im Laufe des Studiums entwickelt hat.

Wie wichtig das direkte Feedback unmittelbar nach Beendigung von formativen Prüfungen ist, belegen verschiedene Studien. So konnte in Köln beispielsweise die Akzeptanz der Studierenden zum PTM durch die computerbasierte Variante erhöht werden. Einen negativen oder positiven Einfluss auf die Testergebnisse der Studierenden konnte durch die Umstellung nicht nachgewiesen werden. In einer randomisierten Studie unterschieden sich die Testergebnisse der Studierenden zwischen einer papier- und einer computerbasierten Variante des PTM nicht signifikant voneinander.

 

Kölner Studien zum Progress Test Medizin:

  1. Yassin Karay & Stefan K. Schauber (2018): A validity argument for progress testing: Examining the relation between growth trajectories obtained by progress tests and national licensing examinations using a latent growth curve approach, Medical Teacher, DOI: 10.1080/0142159X.2018.1472370
     
  2. Yassin Karay, Stefan K. Schauber, Christoph Stosch, Katrin Schüttpelz-Brauns (2015): Computer versus Paper—Does It Make Any Difference in Test Performance?, Teaching and Learning in Medicine, 27(1), 57–62, DOI: 10.1080/10401334.2014.979175
     
  3. Yassin Karay, Stefan K. Schauber, Christoph Stosch, Katrin Schüttpelz-Brauns (2012): Can computer-based assessment enhance the acceptance of formative multiple choice exams? A utility analysis, Medical Teacher, DOI: 10.3109/0142159X.2012.652707