Angelika A. Noegel wurde am 14. Februar 1952 in Bamberg geboren. Sie studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Biologie an der Universität Würzburg und promovierte dort 1979 bei Prof. Dr. Goebel mit der Arbeit "Untersuchungen zur Funktion von hämolytischen Plasmiden in Escherichia coli". Ihre wissenschaftliche Laufbahn führte sie von 1979 bis 1983 als „Postdoctoral Fellow“ an die Rockefeller University in New York. Anschließend forschte sie bis 1997 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Arbeitsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Biochemie, Abteilung Zellbiologie, in Martinsried bei München. 1988 habilitierte sie sich an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
1997 folgte sie dem Ruf auf eine C4-Professur am Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. Dort prägte sie als Institutsdirektorin bis 2017 mit großem Engagement Forschung und Lehre. Zeitgleich war sie als Mitglied des CMMC Vorstandes maßgeblich an der Weiterentwicklung des Center For Molecular Medicine (CMMC) beteiligt und hinterließ durch ihre Differenzierungskompetenz, ihren analytischen Blick und ihre kritische Reflexionsfähigkeit ein inspirierendes Vermächtnis. Ihre wissenschaftliche Arbeit war von herausragender Bedeutung: Mehr als 30 Jahre widmete Prof. Noegel sich intensiv der einzelligen Amöbe Dictyostelium discoideum und lieferte bedeutende Erkenntnisse im Bereich des Zytoskeletts, der Signaltransduktion und der Genomik. Ihr Engagement beim multinationalen Dictyostelium-Genomprojekt war maßgeblich für dessen Erfolg.
Später erweiterte sie ihre Forschung erfolgreich auf die Zusammensetzung und Funktion von Proteinkomplexen, die den Zellkern mit dem Zytoskelett verbinden, sowie auf die genetischen Ursachen der Mikrozephalie beim Menschen. Seit dem Jahr 2020 war sie Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) und engagierte sich als Gutachterin für das European Research Council (ERC), EMBO, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie weitere Forschungsorganisationen. Zudem war sie Mitglied des Editorial Boards des Journal of Cell Science.
Mit Prof. Dr. Angelika Noegel verlieren wir eine herausragende Wissenschaftlerin, eine engagierte Hochschullehrerin und eine inspirierende Mentorin. Ihr Wirken war geprägt von wissenschaftlicher Exzellenz, unermüdlichem Einsatz und einem großen Herzen für ihre Kolleg*innen sowie für ihre Studierenden. Sie war eine konsequente Förderin von Frauen in der Forschung und eine geschätzte, warmherzige Kollegin.
Wir sind für ihre umsichtige Leitung des Instituts, ihren unermüdlichen Einsatz für die Fakultät und ihr wertvolles wissenschaftliches Erbe zutiefst dankbar. Ihr Andenken wird in unserer Gemeinschaft fortleben.
Köln, im März 2025